Baustelle bis August 2026 Die Avus wird teilsaniert – und das dauert knapp zwei Jahre
Autofahrer müssen sich ab dem Morgen auf der Autobahn A115 im Berliner Südwesten knapp zwei Jahre lang auf Behinderungen einstellen. Die Avus wird bis August 2026 zwischen der Anschlussstelle Spanische Allee und der Landesgrenze Berlin/Brandenburg saniert. Es soll zwar keine Vollsperrung geben, zu Stau dürfte es nach Einschätzung eines Sprechers der Autobahn GmbH aber dennoch kommen. Betroffen ist ein Teilstück von etwa 2,2 Kilometern, wie die Autobahn GmbH mitteilte. Auf der für Pendler wichtigen Strecke seien täglich rund 85.000 Fahrzeuge unterwegs.
In vier Bauphasen sollen neben der Fahrbahn unter anderem Brücken, Stützwände, Entwässerungsanlagen, Fahrbahnmarkierungen sowie die Rampen am Kreuz Zehlendorf und der Anschlussstelle Spanische Allee erneuert werden. Während der Bauarbeiten sind zunächst zwei Spuren in jede Richtung eingeschränkt befahrbar. Später läuft der Verkehr teilweise nur auf einer Spur in eine Richtung.
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Die Strecke sei bereits seit 2017 sanierungsbedürftig, teilte die Autobahn GmbH mit. Dem Sprecher zufolge können die Bauarbeiten nun nicht mehr aufgeschoben werden. Für den Fall, dass die Bauunternehmen nicht rechtzeitig fertig würden, drohten ihnen »empfindliche« Geldstrafen.
Die Berliner Autobahn ist ein Mythos der deutschen Automobilgeschichte. Geplant wurde die Avus ab 1909, eingeweiht erst am 24. September 1921. Der Erste Weltkrieg hatte Planung und Finanzierung zunichtegemacht. Ermöglicht wurde der Bau in den Nachkriegsjahren vor allem durch private Investoren wie den Großindustriellen Hugo Stinnes. Als die Avus im September vor etwas mehr als hundert Jahren eröffnet wurde, war die rund 19 Kilometer lange Strecke die weltweit erste nur für den Autoverkehr vorgesehene Straße. Sie zu befahren, kostete damals 10 Reichsmark.
Die vier Buchstaben Avus stehen für »Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße«. Sie war nicht nur Autobahn, sondern über viele Jahrzehnte auch Rennstrecke. In den Zwanziger- und Dreißigerjahren pilgerten bis zu 300.000 Zuschauer an die Avus, um Fahrer wie Rudolf Caracciola oder Manfred von Brauchitsch in Aktion zu sehen. Erst im April 1998 wurde der Rennbetrieb auf der Autobahn endgültig eingestellt.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Textfassung hieß es, die Avus habe in dem betroffenen Abschnitt sechs Fahrspuren. Tatsächlich hat sie dort vier Fahrspuren (zwei in jede Richtung). Wir haben den Fehler korrigiert. Außerdem haben wir in der Überschrift präzisiert, dass in den genannten zwei Jahren lediglich ein Teil der Avus saniert wird.