»Mangelhaft« Jeder fünfte Autobahnrastplatz fällt beim ADAC-Test durch

Saubere WCs, gepflegte Außenanlagen: Schön, wenn Rastplätze an der Autobahn sich so präsentieren. Doch das Ergebnis eines ADAC-Tests ist ernüchternd: Nur zwei erhielten die Note »sehr gut«.
A3 bei Köln: Das wichtigste Testkriterium des ADAC war der Zustand der Sanitäranlagen

A3 bei Köln: Das wichtigste Testkriterium des ADAC war der Zustand der Sanitäranlagen

Foto: Henning Kaiser / dpa

Mindestens jeder fünfte unbewirtschaftete Autobahnrastplatz bekommt in einem Test vom ADAC die Note »mangelhaft« oder »sehr mangelhaft« – durchgefallen. Das teilte der Automobilklub in München mit . Nur zwei Plätze schnitten mit »sehr gut« ab. Der ADAC testete bereits zum dritten Mal Rastplätze. In diesem Jahr bewerteten die Tester 50 Anlagen entlang der 15 längsten Autobahnen.

Die besten Rastplätze im Test waren Engelmannsbäke an der A1 in Niedersachsen und Plater Berg an der A14 in Mecklenburg-Vorpommern. Am schlechtesten schnitten die beiden in Hessen gelegenen Rastplätze Stadtwald an der A3 und Brühlgraben an der A5 ab. Sie ließen laut ADAC »alles vermissen, was Reisende bei einem Zwischenstopp an der Autobahn vorfinden sollten – saubere Sanitär- sowie gepflegte und beleuchtete Außenanlagen«.

Zustand der Sanitäranlagen kritisch

Das wichtigste Testkriterium war demnach der Zustand der Sanitäranlagen. Mit »mangelhaft« oder »sehr mangelhaft« fielen hier 14 Rastplätze durch, 28 Prozent. Nur bei knapp der Hälfte aller Tests gab es keine Beanstandungen der optischen Sauberkeit. Bei 81 Prozent der Anlagen gab es Hinweise auf eine mangelnde Reinigung. Auch die Hygieneproben waren dem Automobilklub zufolge nur bei 18 Prozent der Anlagen unbedenklich.

Zwei Rastplätze erreichten in der Kategorie der sanitären Anlagen null Punkte, weil die Toiletten dauerhaft und ohne Hinweis gesperrt waren und es zudem keine Alternative gab. Schwierig ist die Situation vor allem für Menschen mit Körperbehinderung: Wenn ein Behinderten-WC an der Autobahn ausgeschildert war, war es in knapp 80 Prozent der Fälle nur eingeschränkt nutzbar. Laut ADAC gab es mal keine Stützgriffe, mal war die Tür zu schmal oder schwergängig, mal gab es keine Möglichkeit, einen Notruf abzusetzen.

Am schlechtesten schnitten die getesteten Rastplätze beim persönlichen Sicherheitsempfinden der Nutzer ab – fast ein Drittel der Plätze fiel mit »mangelhaft« oder »sehr mangelhaft« durch. Zehn Anlagen verfügten demnach über keinen Notruf. Mehr als die Hälfte der Auto- und Lastwagenparkplätze waren zudem nicht oder nicht ausreichend beleuchtet. Positiv bewerteten die Tester, dass alle Toilettengebäude nachts mit Leuchten ausgestattet waren.

Dem Automobilklub zufolge ergaben sich gegenüber dem letzten Test von vor vier Jahren »kaum positive Veränderungen«. Der ADAC erklärte, er erwarte von der Autobahngesellschaft als neuer Betreiberin der Rastplätze, dass sich der Gesamtzustand der Anlagen deutlich verbessere. Dazu sei es notwendig, dass auf allen Plätzen »ein hohes Maß an Sauberkeit, Sicherheit und Erholung« geboten werde.

Die Tester untersuchten die 50 Rastplätze im Juni und Juli. Jede Anlage wurde außerhalb der Ferienzeiten zweimal im Abstand von mindestens 24 Stunden überprüft.

ani/AFP
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