Techniker abgeworben US-Hersteller von Akkus für Elektroautos verklagt Apple

Arbeitet Apple an einem selbstfahrenden Elektroauto? Ein Hersteller von Akkus wirft der Firma vor, seine Techniker abgeworben zu haben - und hat nun Klage eingereicht.
Apples CarPlay in einem Ferrari: Erst die Musik, jetzt ein ganzes Auto?

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Foto: ROBERT GALBRAITH/ REUTERS

In den USA verdichten sich die Hinweise darauf, dass Apple an der Entwicklung eines eigenen Autos arbeitet. A123 Systems, ein Hersteller von Akkus für Elektroautos, hat beim Bundesgericht in Massachusetts Klage eingereicht, weil Apple einige Top-Techniker abgeworben haben soll.

Begonnen habe die Abwerbung von Mitarbeitern im Juni 2014, so der Akkuhersteller. Die Techniker hätten unter Verletzung ihres Arbeitsvertrags nach ihrem Wechsel zu Apple an ähnlichen Projekten wie bei A123 Systems gearbeitet. Ziel von Apple sei es, in großem Stil eine eigene Akku-Sparte aufzubauen und in direkte Konkurrenz zu A123 Systems zu treten, heißt es in der Klage.

A123 Systems ist ein Pionier bei der Herstellung von Lithium-Ionen-Akkus für Großgeräte, darunter auch Autos. 2012 musste die Firma Insolvenz anmelden, seither wird sie von der US-Regierung unterstützt.

Die Projekte, an denen die abgeworbenen Mitarbeiter bei A123 Systems gearbeitet hatten, hätten eingestampft werden müssen, weil kein Ersatz für sie gefunden werden konnte, klagt die Firma. Einer der Techniker habe seine Kollegen überredet, auch zu Apple zu wechseln.

Bereits vergangene Woche hatte es in Industriekreisen geheißen, Apple werbe Fachleute für Autosysteme ab, darunter von Tesla. Dabei gehe es nicht nur um die Entwicklung von Software oder einzelner Komponenten, sondern um den Bau eines kompletten, fahrerlosen Elektroautos.

Google hatte die Autoindustrie im Sommer 2014 mit dem Prototyp eines selbst fahrenden Wagens düpiert und vor wenigen Wochen angekündigt, 150 Exemplare bauen zu lassen und in diesem Frühjahr in Kalifornien auf öffentlichen Straßen zu testen.

vet/Reuters
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