Abgasaffäre Dobrindt fordert Nachbesserungen bei Dieselmodellen von Opel

In der Dieselaffäre erhöht das Verkehrsministerium den Druck auf Opel: Das Kraftfahrt-Bundesamt hat nach SPIEGEL-Informationen große Zweifel an der Abgasreinigung des Zafira - und droht mit Konsequenzen.
Opel-Zentrale in Rüsselsheim

Opel-Zentrale in Rüsselsheim

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Frank Rumpenhorst/ dpa

Das Bundesverkehrsministerium hat seine Zweifel an der Abgasreinigung des Opel Zafira nach einem Termin des Herstellers beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in dieser Woche bekräftigt. Die Behörde von Alexander Dobrindt fordert Nachbesserungen für die auf dem Markt befindlichen Fahrzeuge sowie für das neue Zafira-Modell, das in Kürze in die Serienproduktion gehen soll. Sollten diese nicht erfolgen, heißt es in Ministeriumskreisen, sei die Abgasgenehmigung und damit auch die Zulassung allgemein für das neue Modell in Deutschland in Gefahr. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Die neue Ausgabe finden Sie hier.)

Das Ministerium reagiert damit auf Ergebnisse eigener Untersuchungen sowie die Funde des IT-Experten Felix Domke, der in der Motorsteuerung des Zafiras bislang unbekannte Abschaltvorrichtungen nachwies (SPIEGEL 20/2016).

Unbefriedigende Antworten von Opel

Die Funde Domkes hatten Opel und das KBA gleichermaßen in Erklärungsnot gebracht. Bei den von Verkehrsminister Dobrindt in Folge des VW-Skandals veranlassten Nachuntersuchungen war unter anderem Opel bereits mit ungewohnt hohem Stickoxid-Ausstoß aufgefallen. Der Hersteller hatte dies mit einer temperaturgesteuerten Abschaltung zum Schutze des Motors erklärt, dem sogenannten Thermofenster - und zudem versichert, dass darüber hinaus keine weiteren Abschaltvorrichtungen zum Einsatz kämen.

Doch dies ist unzutreffend, wie die Messungen und Tests von Domke im Auftrag des SPIEGEL, der Deutschen Umwelthilfe und der ARD zeigen. Drei weitere Abschaltvorrichtungen fand der IT-Experte und düpierte damit sowohl das Dobrindt unterstellte KBA, als auch die Opel-Manager, die offensichtlich nur die halbe Wahrheit gesagt hatten. Dies wollen sich Verkehrsministerium und KBA nun anscheinend nicht weiter bieten lassen.

Bei Opel hieß es auf Anfrage dazu lediglich, man arbeite mit dem KBA zusammen und folge dabei dem regulären Prozess. Das Verkehrsministerium erklärte, die Hersteller müssten ab sofort etwaige Motorschutzeinrichtungen offenlegen und begründen. Das KBA werde Emissions-Typgenehmigungen "erst erteilen, wenn ein Hersteller überzeugend dargelegt hat, dass er keine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet".

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