CO2-Emissionen 30 Automodelle fallen bei Verbrauchstest durch

Das Verkehrsministerium hat Messungen an mehreren Automodellen durchführen lassen. Bei 30 Pkw wurden laut SPIEGEL-Informationen verdächtig hohe CO2-Emissionen gemessen. Sie verbrauchen mehr Sprit als angegeben.
Foto: Peter Steffen/ dpa

Das Bundesverkehrsministerium hat bei seinen Messungen im Rahmen der Untersuchungskommission "Volkswagen" bei 30 Automodellen auffällig hohe Kohlendioxid-Emissionen festgestellt.

Die Behörde plant nach SPIEGEL-Informationen deshalb weitere Tests an allen jenen auffälligen Wagen, die eine Typgenehmigung in Deutschland erhalten haben. Unter den Fahrzeugen, die im Rahmen der Untersuchungskommission "Volkswagen" getestet wurden, soll sich unter anderem ein Opel Zafira mit Dieselmotor befinden.

Messungen eines Rechercheteams von SPIEGEL, des ARD-Magazins "Monitor" und der Deutschen Umwelthilfe (DUH) ergaben im Fall des Zafira ebenfalls starke Abweichungen. Bei einer Untersuchung auf dem Prüfstand des TÜV Nord in Essen hat ein solches Modell statt der angegebenen 109 Gramm CO2 pro Kilometer mit 127 g/km abgeschnitten. Demnach fallen die Emissionen des Fahrzeuges 16,5 Prozent höher aus, was gleichbedeutend ist mit einem ebenso höheren Spritverbrauch.

Diese Überschreitung ist brisant: Gerichte haben in vergleichbaren Fällen schon bei zehn Prozent höherem Verbrauch die Rücknahme von Fahrzeugen angeordnet. Opel erklärte auf Anfrage, eigene Tests im Rahmen der Produktionskontrolle hätten keine Abweichungen von offiziellen Angaben zum CO2-Ausstoß ergeben.

Bei höherem Verbrauch müsste der Staat auch höhere Kfz-Steuern berechnen. Autokonzerne müssten also nachzahlen, wenn ihnen falsche CO2-Emissionen nachgewiesen werden. "Nach unseren Berechnungen beläuft sich die Summe allein für 2016 auf 2,2 Milliarden Euro", sagt DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch.

Der Grünen-Verkehrsexperte Oliver Krischer, der einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu der VW-Abgasaffäre mit angestoßen hat, erwartet bei den CO2-Untersuchungen des Ministeriums ähnlich dramatische Ergebnisse wie bei den bereits analysierten Stickoxid-Emissionen von Diesel-Pkw. Er kritisiert Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU): "Dobrindt beginnt erst zu prüfen, wenn die Fakten nicht mehr zu leugnen sind. Wenn er dann nach monatelangen Prüfungen den Betrug feststellt, hat es für die Täter keine Konsequenzen."

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.