TÜV-Untersuchung Deutsche NO2-Messstellen korrekt aufgestellt

Die Stickstoffdioxid-Messstationen in Deutschland sind laut TÜV nahezu alle in einwandfreier Position und erfüllen die EU-Vorgaben zur Bestimmung der Luftqualität. Vier von ihnen weisen allerdings Mängel auf.

Die NO2-Messstellen sind laut einer TÜV-Untersuchung insgesamt vorschriftsmäßig aufgestellt.
Daniel Naupold/DPA

Die NO2-Messstellen sind laut einer TÜV-Untersuchung insgesamt vorschriftsmäßig aufgestellt.


Die Messstellen für gesundheitsschädliches Stickstoffdioxid (NO2) in Städten sind nach einer TÜV-Untersuchung insgesamt vorschriftsmäßig aufgestellt. Bei 66 von 70 überprüften Stationen gab es demnach keine Auffälligkeiten.

Drei weitere liefern nach Einschätzung des TÜV Rheinland repräsentative Ergebnisse, obwohl die Standorte leicht von den EU-Vorschriften abweichen. Für eine Messstelle im Berliner Stadtteil Neukölln, die vier Meter näher an einer verkehrsreichen Kreuzung steht als erlaubt, empfehlen die Experten zwar weitere Untersuchungen, schließen die Eignung aber nicht aus.

Deutschland misst Kritikern zufolge zu streng

Wo gemessen wird, schreibt eine EU-Richtlinie vor, die jedoch einen gewissen Spielraum lässt. Kritiker hatten immer wieder behauptet, in Deutschland werde zu streng gemessen. Zu hohe NO2-Werte sind der Grund für Fahrverbote für ältere Diesel, denn Dieselautos sind in Städten für einen großen Teil der Belastung verantwortlich.

Der TÜV Rheinland hatte im Auftrag des Bundesumweltministeriums 70 Messstellen in verkehrsreichen Gebieten untersucht - darunter alle, an denen 2017 der zulässige NO2-Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft überschritten wurde. In Nordrhein-Westfalen entfiel die Untersuchung, da der TÜV die Standorte der dortigen Stationen bereits geprüft hatte.

Streit über Standorte laut Schulze ein "Ablenkungsmanöver"

Das Gutachten entlarve die Kritik an den Messstationen als "Ablenkungsmanöver", sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). Die FDP-Abgeordnete Judith Skudelny meinte, das Ergebnis des Gutachtens "überrascht nicht".

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Es sei wie beauftragt lediglich untersucht worden, ob die Messstationen sach- und rechtskonform aufgestellt wurden. Der "zu weite Spielraum" sei aber das eigentliche Problem und nicht untersucht worden. Schulze habe es versäumt, den Fokus der Überprüfung auf "einheitliche Messstandards und somit eine Vergleichbarkeit der Messwerte in Deutschland und Europa zu legen", kritisierte Skudelny.

cfr/dpa/AFP



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