Diesel-Nachrüstung Hälfte der Software-Updates ist geschafft

Auf dem Dieselgipfel hatten die Autohersteller zugesagt, den Stickoxidausstoß bei Dieselautos durch Softwareupdates zu senken. Dabei liegen sie laut Bundesverkehrsministerium gut in der Zeit.
Autos beim Händler.

Autos beim Händler.

Foto: Sebastian Kahnert/ dpa

Deutlich weniger Stickoxide, und das nur durch ein Softwareupdate: Das hatten die Hersteller im August 2017 beim Nationalen Forum Diesel zugesagt. Bei 5,3 Millionen Dieselautos in den Schadstoffklassen Euro 5 und 6 wollten sie nachbessern und die Stickoxidemissionen bis Ende 2018 um 25 bis 30 Prozent reduzieren

Mehr als ein halbes Jahr später haben sie rund die Hälfte abgearbeitet: Rund 2,5 Millionen Pkw haben bisher eine neue Software erhalten. Die rund 2,4 Millionen angeordneten Rückrufe von Volkswagen-Dieselautos seien mit Stand Februar zu 92,3 Prozent erledigt, sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums in Berlin.

Bei den anderen Modellen, für die eine neue Motorsoftware freiwillig sei und bereits vom Kraftfahrtbundesamt genehmigt, betrage die Teilnahmequote bisher 72 Prozent. Die Frage nach Sanktionen, falls die Zusagen der Hersteller zur Ausstoßreduktion nicht eingehalten werden, stelle sich derzeit nicht, sagte der Ministeriumssprecher.

Umweltministerium nicht von Updates überzeugt

Das Umweltministerium hält die Softwarenachrüstung dagegen nicht für ausreichend. Ein Sprecher bekräftigte die Einschätzung des Ressorts, dass Hardwarenachrüstungen direkt am Motor auf Kosten der Autoindustrie notwendig seien. Das Umweltbundesamt hatte berechnet, dass die Updates und die erwartbare Erneuerung der Dieselflotte nur an wenigen Orten mit zu schmutziger Luft unmittelbar zur Einhaltung der Grenzwerte führen werden. Die Updates sollen helfen, Fahrverbote für Diesel in Städten zu vermeiden.

ene/dpa
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