Analyse des Umweltbundesamts Dieselnachrüstungen sind finanzierbar

Das Bundesverkehrsministerium lehnt Dieselnachrüstungen mit Verweis auf ein Gutachten als zu teuer ab. Aber die Experten haben nach Informationen des SPIEGEL anscheinend mit falschen Preisen kalkuliert.
Bürger demonstrieren für Fahrverbote

Bürger demonstrieren für Fahrverbote

Foto: Sina Schuldt/ dpa

Die Präsidentin des Umweltbundesamts (UBA), Maria Krautzberger, schätzt die Kosten für die Nachrüstung von Dieselautos mit sogenannten SCR-Katalysatoren niedriger ein als Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Nach Analysen ihrer Behörde würde es einen einstelligen Milliardenbetrag kosten. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Ein Gutachten, auf das sich Verkehrsminister Scheuer beruft, geht von deutlich höheren Kosten aus. So beziffern die industrienahen Wissenschaftler um den Karlsruher Professor Thomas Koch den Einbau des Stickoxidkatalysators mit mindestens 5000 Euro.

UBA-Chefin Krautzberger erklärt in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL: "Für uns erklärt sich dies nur dadurch, dass Händlerpreise statt Einkaufspreise für die Kalkulation der Einzelkomponenten zugrunde gelegt wurden." Analysen ihrer Behörde zufolge kostet eine Nachrüstung samt Einbau 2000 bis 3000 Euro. Ein älteres Gutachten sowie eine Untersuchung des ADAC kamen zu ähnlichen Ergebnissen.

Motorraum eines Testfahrzeugs

Motorraum eines Testfahrzeugs

Foto: Sina Schuldt/ dpa

"Wir gehen außerdem davon aus, dass nur Diesel-Pkw in Städten mit besonders schlechter Luft nachgerüstet werden müssen", sagte Krautzberger, deren Amt zum SPD-geführten Bundesumweltministerium gehört. "Eine Nachrüstung aller rund 5,7 Millionen Euro-5-Diesel-Pkw ist nicht notwendig." Damit unterstützt sie die Position von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD), die Hardwarenachrüstungen einfordert.

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