Im Realbetrieb Stickoxidausstoß bei Porsche acht Mal höher als Grenzwert

Die Deutsche Umwelthilfe hat SUV und Limousinen der Oberklasse im Realbetrieb getestet. Das Ergebnis: Die Dieselfahrzeuge überschreiten die gesetzlichen Prüfstandswerte um ein Vielfaches - trotz Softwareupdate.
Dieselmodelle von Porsche und Audi überschreiten Grenzwerte um ein Vielfaches

Dieselmodelle von Porsche und Audi überschreiten Grenzwerte um ein Vielfaches

Foto: Porsche

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat zusammen mit ihrem Emissions-Kontroll-Institut (EKI) Abgasmessungen bei Dieselmodellen von Porsche und Audi im realen Betrieb auf der Straße durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Fahrzeuge mit dem 3.0 Liter Motor EA897 die Grenzwerte für Stickoxiden (NOx) teilweise um ein Vielfaches überschreiten.

Die Abgasmessungen bei unterschiedlichen Außentemperaturen zeigen gerade für das Winterhalbjahr erhöhte Abgaswerte im realen Straßenbetrieb. Beispiel: der Porsche Panamera. Der gesetzliche NOx-Grenzwert für Euro 5 Diesel-Pkw liegt bei 180 Milligramm NOx pro Kilometer. Bei der Messung auf der Straße stieß der Panamera laut DUH durchschnittlich 1498 Milligramm Stickoxide pro Kilometer aus. Das ist das 8,3-fache des auf dem Prüfstand geltenden Grenzwertes. Die Messungen erfolgten bei Außentemperaturen zwischen zehn und 14 Grad Celsius.

Für die Messungen nutzt das EKI mobile Messgeräte (Portable Emission Measurement System, kurz PEMS) , die unter anderem den Ausstoß an Stickoxiden und Kohlenstoffdioxid (CO2) ermitteln.

Im Sportmodus doppelt so hoher Verbrauch

Die Messungen erfolgen laut dem DUH im normalen Straßenverkehr auf einer festgelegten Teststrecke von rund 32 Kilometern Länge in Berlin mit Anteilen von Stadtverkehr, Landstraße und Autobahn. Die Höchstgeschwindigkeit auf der Landstraße beträgt 80 km/h, auf der Autobahn 120 km/h. Die Fahrer beachten die Vorschriften der Straßenverkehrsordnung und folgen den Hinweisen der in den Fahrzeugen vorhandenen Schaltanzeigen. In der Regel absolviert jedes Fahrzeug zehn Messungen.

Der Porsche Cayenne mit dem Motor EA897evo und der Euronorm 6, für den maximal ein NOx-Ausstoß von 80 mg/km erlaubt ist, stößt mit 340 Milligramm das 4,2-fache des Grenzwertes aus. Im Sportmodus stößt das Fahrzeug bei gleicher Fahrweise und gleichen Randbedingungen zudem fast doppelt so viel NOx aus wie im normalen Fahrmodus.

Der mit gleicher Motorengeneration (EA897evo) ausgestattete Audi SQ5 plus 3.0 TDI mit Euro 6 stieß durchschnittlich 441 mg NOx pro Kilometer bei Außentemperaturen zwischen vier und elf Grad Celsius aus. Das entspricht dem Faktor 5,5 des Grenzwertes.

Überschreitung trotz Softwareupdate

Auch das vom KBA angeordnete Softwareupdate sorgt laut DUH nicht dafür, dass der Grenzwert eingehalten wird: Ein getesteter Porsche Cayenne, Abgasnorm Euro 6, liegt mit durchschnittlich 191 mg NOx/km nach dem Softwareupdate noch immer beim 2,4-fachen des Grenzwertes.

Auch die gemessenen CO2-Emissionen weichen bei diesem Modell weit von der Herstellerangabe ab. Der Cayenne ist mit 179 g CO2/km zugelassen, im Realbetrieb auf der Straße liegt der Verbrauch jedoch bei durchschnittlich 241 g CO2/km, was einem Mehrverbrauch von rund 35 Prozent entspricht.

Erst kürzlich war bekannt geworden, dass Audi seine Fahrzeuge stärker als bisher bekannt manipuliert hatte.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version wurde der NOx-Grenzwert in Mikrogramm statt in Milligramm angegeben. Wir haben den Text korrigiert.

cfr