ABS-Probleme BMW ruft 80.000 Motorräder zurück

Nach Monaten der Kritik ruft BMW die Motorräder der Boxer- und K-Baureihen in die Werkstätten. In Einzelfällen hatte es Probleme mit dem Integral-ABS-System gegeben.


München - Unter den Maschinen der neuen Boxer- und K-Baureihen könne unter den extremen Bedingungen eines Fahrsicherheitstrainings das ABS-System beim Bremsen ausfallen, sagte ein BMW-Sprecher am Mittwoch. Damit bestätigte er einen Bericht des Online-Magazins Autonews24. Rund 80.000 Motorräder müssten zur technischen Nachrüstung in die Werkstätten. Die Halter der Motorräder seien bereits informiert worden. Die Reparatur nehme etwa zwei Stunden in Anspruch und könne während eines normalen Werkstattbesuchs vorgenommen werden. Sie ist für die Besitzer kostenlos.

BMW K 1200 S: Unfälle auf ADAC-Teststrecke
GMS

BMW K 1200 S: Unfälle auf ADAC-Teststrecke

In der Werkstatt werde nach Information von Autonews24 eine Hohlschraube der Handbremsarmatur durch eine technisch veränderte ersetzt. Dadurch solle der beschriebene Ausfall der ABS-Regelung selbst in der beschriebenen Sondersituation verhindert werden. Außerdem werde die Fixierung der Sensorleitung des ABS verändert, damit sie im Falle einer möglichen Falschverlegung, etwa bei einem Reifenwechsel, nicht mehr die Bremsscheibe berühren und dabei während der Fahrt angeschliffen werden kann.

Im letzten Jahr hatte es auf einer ADAC-Teststrecke zwei Unfälle mit BMW-Maschinen vom Typ K 1200 S gegeben, bei denen technische Probleme an der hochkomplexen Bremsanlage vermutet wurden. BMW sah die Ursache in der Spezialsituation des Bremstrainings, im Straßenverkehr könne das Problem nicht auftreten.

Durch die oft hintereinander durchgeführten Extrembremsungen könne es zu einem Spannungsabfall kommen und die ABS-Regelung aussetzen, erklärte ein Sprecher im Juni. Damit greift das System in einem solchen Fall auf die rein hydraulische Restbremsfunktion zurück.  Auch in Internetforen wird über ähnliche Fälle mit BMW-Motorrädern diskutiert. Einen Grund für einen Rückruf sah das Unternehmen damals nicht, bot seinen Kunden aber einen kostenlosen Systemcheck an.

abl/dpa



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