Abwrackprämie Autokäufer haben Probleme mit Prämien-Formularen

Über 60.000 Prämienanträge sind beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle eingegangen - doch manche Neuwagenkäufer könnten leer ausgehen. Presseberichten zufolge sind viele der eingereichten Unterlagen lückenhaft. Vor allem Kopien der Kaufverträge und Kfz-Papiere fehlen.

Würzburg - Am Amtsschimmel dürfte es ausnahmsweise nicht liegen: Das Formular, mit dem Autofahrer beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa)  die Umweltprämie beantragen können, ist verständlich formuliert und übersichtlich. Dennoch registriert die Behörde laut einem Bericht des Magazins "Kfz-Betrieb" derzeit eine hohe Zahl unvollständiger Anträge.

Besonders häufig fehlen demnach die dem dreiseitigen Formular beizulegenden Dokumente. Unter anderem müssen abwrackwillige Autofahrer die Verschrottung des Altautos und den Kauf eines Neuwagens nachweisen.

Wie hoch der Anteil falscher Anträge genau ist, ist unklar, in etwa vier Wochen sollen erste Statistiken vorliegen. Bislang sind rund 60.700 Anträge auf die Abwrackprämie eingegangen. Bei der Bafa war am Montagmorgen telefonisch zunächst niemand zu erreichen.

Opel beendet dank Abwrackprämie Kurzarbeit

Das Prinzip des Verschrottungsbonus scheint jedoch zu wirken - zumindest bei Kleinwagen. Opel fährt seine Produktion wieder hoch und setzt in seinem Corsa-Werk die Kurzarbeit aus. In Eisenach werde auch die ersten drei Wochen im März durchgearbeitet, sagte der Europa-Vizechef von General Motors (GM), Alain Visser, dem "Handelsblatt".

Intern war der Betriebsrat nach Angaben des Blattes bisher davon ausgegangen, dass im März erneut Kurzarbeit in Eisenach nötig sei. "Wir spüren eine extreme Nachfrage", sagte Visser. Schon im Januar seien die Auftragseingänge von Privatkunden bei Opel um die Hälfte gestiegen. "Die Nachfrage nach dem Agila hat sich sogar verdoppelt, die Bestellungen für unseren Kleinwagen Corsa haben um 70 Prozent zugelegt, die für den Astra um 30 Prozent", so der GM-Manager.

Steigende Leasingraten, Wertverlust bei Firmenwagen

Der steigende Absatz insbesondere von Kleinwagen hatte jüngst teils zu mehrmonatigen Wartezeiten für ein neues Auto geführt. Der spanische Autobauer Seat hatte bereits am Wochenbeginn angekündigt, seine Produktion im März erhöhen zu wollen. Grund sei die erhöhte Nachfrage aus Deutschland wegen der Abwrackprämie.

Während Kleinwagenhersteller vom Verschrottungsbonus profitieren, ist die Nachfrage nach Nobelmarken eingebrochen - so erwägt beispielsweise Daimler ein neues Sparprogramm. Das Unternehmen wolle mit einem ganzen Bündel von Maßnahmen die Kosten senken, berichtete die "Stuttgarter Zeitung" am Wochenende.

Ein düsteres Bild malte auch Ferdinand Dudenhöffer vom "Center Automotive Research" an der Universität Duisburg-Essen. Er befürchtet steigende Leasingraten durch die Abwrackprämie. Dadurch sinke die Nachfrage nach Firmenwagen.

Das wiederum führe dazu, dass Firmenwagen subventioniert und die Marge sinkt. "Die Abwrackprämie kostet damit die Premiumhersteller Erträge", sagte er. Dudenhöffer erwartet, dass auch der Wiederverkaufswert gebrauchter Firmenwagen sinkt - und auch das gehe zu Lasten deutscher Autobauer.

hil/otr/Reuters/AFP/ddp