Abwrackprämie Schon mehr als 100.000 Anträge gestellt

Knapp einen Monat nach dem Start der Abwrackprämie für Altautos haben schon mehr als 100.000 Autokäufer ihren Antrag eingereicht. Die von der Regierung budgetierten Mittel reichen noch für eine halbe Million weiterer Auszahlungen.


Eschborn/Hamburg - Insgesamt gingen bis Montagmittag 104.840 Anträge ein, wie das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) in Eschborn mitteilte. Demnach können noch 495.160 Anträge gestellt werden.

Insgesamt sind laut Bafa 600.000 Anträge möglich. Das Bundeskabinett hatte die Abwrackprämie in Höhe von 2500 Euro am 27. Januar als Schritt gegen die Absatzkrise der Autobranche beschlossen. Seitdem können bei der Behörde Anträge eingereicht werden. Die Förderung erhält, wer ein mindestens neun Jahre altes Auto verschrottet und gleichzeitig einen Neu- oder Jahreswagen kauft.

Obwohl schon 100.000 Anträge vorliegen, ist das zugehörige Gesetz noch nicht in Kraft: Laut Wirtschaftsministerium tritt die Abwrackprämien-Richtlinie voraussichtlich am 2. März im Kraft. Ab diesem Zeitpunkt können die beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) bereits eingegangenen Anträge bearbeitet und beschieden werden.

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DPA

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Verlangt wird künftig die Vorlage des entwerteten Originals des Fahrzeugbriefs. Bis zum voraussichtlichen Inkrafttreten der Richtlinie am 2. März werde vom Bafa aus Vertrauensschutzgründen wie bisher die Kopie des Fahrzeugbriefs akzeptiert, so das Ministerium.

Premiumhersteller gucken in die Röhre

Nach Recherchen des Heidelberger Instituts Impulse kurbelt die Umweltprämie fast ausschließlich den Absatz von kleineren Fahrzeugen an. "Alles unter 10.000 ist gefragt", sagte Geschäftsführer Alfred Schmitt SPIEGEL ONLINE. Das liege auch daran, dass Hersteller kleiner Pkw den um 2500 Euro reduzierten Preis aggressiv kommunizierten.

Die Umweltprämie locke vor allem zwei Kundenkreise an: zum einen junge Kunden, die dank des staatlichen Geldsegens den einst von den Eltern übernommenen Gebrauchten abstießen und zum ersten eigenen Neuwagen griffen. Zum anderen werden laut Impulse Rentner und Pensionäre motiviert, ihren in die Jahre gekommenen Pkw durch ein meist kleineres Modell zu ersetzen.

Premiummarken hätten das nachsehen, so Schmitt. Kompaktmodelle wie der VW Golf, der Ford Focus oder auch die Mercedes A-Klasse hätten seit Einführung der Umweltprämie zwar leicht zugelegt, aber der große Ansturm sei ausgeblieben. Die Fahrer von Modellen der Mittel-, Ober- und Luxusklasse ignorierten die Prämie offenbar komplett, so der Marktforscher.

hil/ddp



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