Europa Autohersteller verkaufen erstmals wieder mehr Benziner als Diesel

Dieselautos sind durch drohende Fahrverbote in Großstädten und den Abgasskandal in Verruf geraten. Wie schlecht das Image mittlerweile ist, zeigt sich in Europa nun auch beim Neuwagenverkauf.
Autos in Stuttgart

Autos in Stuttgart

Foto: Sebastian Kahnert/ picture alliance / Sebastian Kahnert/dpa

Die Verunsicherung der Autofahrer durch den Dieselskandal macht sich nun auch beim Neuwagenverkauf in Europa bemerkbar. Erstmals seit 2009 sind laut Autoindustrie wieder mehr Benziner als Dieselfahrzeuge verkauft worden.

Im ersten Halbjahr des Jahres stieg der Absatz von Benzinautos im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast zehn Prozent auf 3,66 Millionen Fahrzeuge, teilte der europäische Autoverband ACEA mit , dem fast alle großen Hersteller angehören. Die Verkäufe von Diesel-Pkw fielen demnach im selben Zeitraum um etwa vier Prozent auf 3,51 Millionen. Damit erzielen Benzinmodelle einen Marktanteil von 48,5 Prozent, Dieselfahrzeuge kommen noch auf 46,3 Prozent.

Die Zahl alternativ angetriebener Autos stieg leicht an auf insgesamt 393.000, 289.700 waren es im ersten Halbjahr 2016. "Alternative Antriebe werden künftig zweifelsohne eine wachsende Rolle spielen", sagte ACEA-Generalsekretär Erik Jonnaert. "Es muss mehr unternommen werden, um Konsumenten dazu zu bewegen, alternativangetriebene Modelle zu kaufen", fügte er laut Pressemitteilung hinzu, beispielsweise durch Anreize.

Dieselautos sind zuletzt heftig in die Kritik geraten, nachdem Hersteller wie VW versucht hatten, mit Software-Manipulationen über den wirklichen Schadstoffausstoß hinwegzutäuschen. Zudem drohen Dieselautos Fahrverbote in vielen großen Städten, da dort die Belastung durch die gesundheitsgefährdenden Stickoxide deutlich höher ist als die Grenzwerte es erlauben.

mhu/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.