Neue Vorwürfe ADAC-Pannendienst soll bestimmte Marken bevorzugen

Benachteiligt der ADAC bei der Pannenhilfe systematisch seine Mitglieder? Laut "Süddeutscher Zeitung" haben Kunden bestimmter Automarken bei den "Gelben Engeln" Vorrang - selbst wenn sie nicht Vereinsmitglied sind. Der Club dementiert.
Neue Vorwürfe: ADAC-Pannendienst soll bestimmte Marken bevorzugen

Neue Vorwürfe: ADAC-Pannendienst soll bestimmte Marken bevorzugen

Foto: Jens Wolf/ picture-alliance/ dpa

Hamburg/München - Gegen den krisengeschüttelten ADAC erhebt die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) neue Vorwürfe. Dabei geht es diesmal nicht um Manipulationen bei der Preisvergabe - sondern ums eigentliche Kerngeschäft des Automobilclubs. Dem Blatt zufolge bevorzugt der ADAC bei der Pannenhilfe systematisch die Besitzer von Autos bestimmter Marken . Dies gilt selbst dann, wenn diese gar nicht Mitglied des Vereins sind. Die eigenen Mitglieder dagegen müssten im Zweifel warten, schreibt die Zeitung unter Berufung auf mehrere namentlich nicht genannte ADAC-Insider.

Hintergrund sind laut "SZ" die sogenannten Mobilitätsgarantien, die die Kunden bestimmter Hersteller buchen können. Bei diesen Zusatzdienstleistungen trete der ADAC als Subunternehmer für eine Reihe von Autobauern auf, darunter Ford, Opel, Mercedes-Benz, Volvo, Jaguar und Range Rover. Im Fall einer Panne rufe der Kunde zunächst in der Service-Hotline des jeweiligen Herstellers an. Von dort werde der Auftrag an den ADAC weitergeleitet - und dort mit Priorität behandelt. "Normale oder ADAC-Plus-Mitglieder mussten warten, wenn wir gleichzeitig Assistance-Kunden mit derselben Dringlichkeit reinbekamen", zitiert die SZ anonym einen ehemaligen Disponenten in einem Callcenter der Pannenhilfe.

Der ADAC selbst weist den Vorwurf zurück. "Alle Pannenfälle werden nach Eingang bearbeitet", sagte ein Vereinssprecher der "SZ". Einzige Ausnahme seien Fälle, bei denen eine Verkehrs- oder Gesundheitsgefährdung vorliege, sowie Anrufe von Müttern mit Kindern im Auto. Diese hätten beim ADAC Vorrang.

rls/dpa
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