Infos an Hersteller ADAC bestreitet Tricksereien bei Reifentests

Der ADAC streitet ab, bei Reifentests die Hersteller vorab über die ausgewählten Modelle informiert zu haben. Der Autoclub reagierte damit auf entsprechende Medienberichte. Gleichzeitig kündigte der Verein die Veröffentlichung erste Untersuchungsergebnisse externer Kontrollen an.

ADAC-Logo: "Zu keinem Zeitpunkt Einflussmöglichkeiten auf Tests"
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ADAC-Logo: "Zu keinem Zeitpunkt Einflussmöglichkeiten auf Tests"


München - Der ADAC hat den Vorwurf von Tricksereien bei Reifentests zurückgewiesen. Die "Süddeutsche Zeitung" sowie die WDR-Sendung "Servicezeit" berichteten unter Berufung auf einen ehemaligen ranghohen Mitarbeiter eines Reifenherstellers, die Unternehmen hätten vorab erfahren, welches Reifenmodell ADAC und die Stiftung Warentest prüfen wollten. Mit enormem Aufwand - behauptet der Insider laut den Berichten - seien die Pneus dann verbessert und für die jeweiligen Testbedingungen präpariert worden.

Ein ADAC-Sprecher dementierte die Meldung: "Hersteller haben zu keinem Zeitpunkt Einflussmöglichkeiten auf die Tests. Die Hersteller wissen nicht, welche ihrer Reifen getestet werden." Es sei aber Standard, dass die Hersteller die Testbedingungen kennen.

Der ADAC steht sein Wochen in der Kritik, zahlreiche Machenschaften sind bereits publik geworden. Angefangen hatte alles mit den aufgedeckten Manipulationen beim Autopreis "Gelber Engel". In diesem Zusammenhang sollen nun nächste Woche erste Ergebnisse einer externen Kontrolle bekanntgegeben werden.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte überprüft unter anderem mögliche Manipulationen bei der Platzierung bei der Wahl zum "Lieblingsauto" der Deutschen. Anfangs hatte es geheißen, der zurückgetretene Kommunikationschef Michael Ramstetter habe nur die Stimmenzahl nach oben frisiert, die Reihenfolge der Fahrzeuge sei aber nicht betroffen.

Die Untersuchungsergebnisse zum "Lieblingsauto 2014" sollen nun am Montag oder Dienstag veröffentlicht werden, wie der ADAC am Mittwoch mitteilte. Die Ergebnisse zum "Lieblingsauto" für die Jahre 2005 bis 2013 sollen voraussichtlich am 17. oder 18. Februar folgen, die übrigen Kategorien des Autopreises "Gelber Engel" eine Woche später.

Der ADAC hatte Deloitte nach dem Bekanntwerden der Manipulationsvorwürfe bei den Stimmenzahlen mit der Untersuchung sämtlicher Verleihungen des Preises "Gelber Engel" beauftragt.

cst/dpa



insgesamt 20 Beiträge
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Mannheimer011 05.02.2014
1. Das merkwürdige Punkteschema
beim ADAC fand ich immer verdächtig. Konkrete Zahlenwerte wie bei anderen Fachzeitschriften sind immer lieber, um mir selbst ein Bild machen zu können. Bei Schulnoten oder Punkten im Ergebnis geht das leider schlecht.
Herr G.Sangsverein 05.02.2014
2. Klar...
...genauso wenig sind solche Infos an die Hersteller gedrungen wie bei den Tests der Stiftung Warentest, was ja Ende 2012 bekannt wurde. Und bei den ganzen Fehltritten, die sich der gelbe Bengel geleistet hast, glaube ich momentan nicht mal, wenn sie sagen würden, dass der Himmel blau ist
shark 05.02.2014
3. Diese
Behauptung ist doch sicher nicht aus der Luft gegriffen. Da wird schon was Wahres dran sein. Übrigens: Sollte man nicht auch "Stiftung Warentest" mal näher untersuchen?? Ich glaube jedenfalls keinen Testberichten. NB: Ich habe mal bei einem großen deutschen Automobilhersteller gearbeitet und weiss, dass Testfahrzeuge besonders präpariert wuden. Zufall??
wauz, 05.02.2014
4. Selbst wenn alles korrekt wäre
dieser "Verein" ist für seine "Mitglieder" nur eine Kostenfalle. Sie meinen, sie bezahlten für Pannendienst, und dabei ist das nur ein Nebengeschäft dieser Firma, die Ehrenamtliche bereichert. Dabei spielt es keine Rolle. ob das alles satzungsgemäß und legal ist. Das gleiche Spiel spielen übrigens auch die DGB-Gewerkschaften. Deren "Mitglieder" zahlen auch viel, aber eigentlich nichts, was ihren Interessen nutzt.
h.kuebler 05.02.2014
5. Das ist der Ablauf
1. der Vorwurf der Trickserei wird mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen. 2. Herr Präsident Meyer stellt fest: Ja, sowas kam vor. Aber nur einmal. Ich habe davon nichts gewusst. Es war das Fehlverhalten eines Einzelnen, dem inzwischen fristlos gekündigt wurde. 3. Der ADAC verspricht "forensische" Aufklärung, wie oft das war. Man kann ja leider nichts ausschließen. Aber ab jetzt Transparenz, Reifentests künftig unter Aufsicht und Kontrolle, Notar, externe Berater. 4. Bitte vertrauen Sie dem ADAC weiterhin. Denn Herr Meyer steht für Reformen. Er hat zwar nichts gewusst, hat also keine Verantwortung für die Skandale. Er ist ja auch nur ehrenamtlicher Präsident, da darf man nichts Übermenschliches verlangen. Aber jetzt wird alles anders. Er wird ganz unglaublich aufräumen. Ganz fest und ganz bestimmt, Ehrenwort. Krise als Chance. Also vertrauen Sie dem ADAC weiter!
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