Neue Ungereimtheiten ADAC-Chef handelte Deal mit Club-Funktionär aus

Der ADAC kommt nicht zur Ruhe. Nun gibt es Fragen zu einem Geschäft zwischen dem Autoclub und einer Firma, der ein hoher ADAC-Funktionär vorstand. 200.000 Euro sollen geflossen sein. Doch der Club wiegelt ab: alles ganz legal, keine Hilfszahlung an Vereinsfreunde.
ADAC-Mitarbeiter (Symbolbild): Keine Woche ohne neue Enthüllungen

ADAC-Mitarbeiter (Symbolbild): Keine Woche ohne neue Enthüllungen

Foto: Maja Hitij/ dpa

München - Schon wieder muss sich der ADAC unangenehme Nachfragen gefallen lassen. Dieses Mal geht es um 200.000 Euro und die Frage: Ganz normaler Business-Deal oder Finanzhilfe unter Clubkumpels?

Im Jahr 2009 hat der ADAC in Nordrhein-Westfalen ein größeres Geschäft mit der Firma eines hochrangigen Club-Funktionärs abgeschlossen. Dies berichtet die "Süddeutsche Zeitung" . Eine Sprecherin des ADAC Nordrhein bestätigte am Samstag den Sachverhalt. Das Geschäft sei aber völlig einwandfrei gewesen.

Nach Informationen der Zeitung und des Norddeutschen Rundfunks hatte der von ADAC-Präsident Peter Meyer geleitete Regionalverband im Jahr 2009 dem Unternehmen eines Vorstandskollegen 200.000 Euro "Werbekostenzuschuss" für ein Fernsehstudio am Nürburgring gezahlt. Als Gegenleistung wurde für den Autoclub an der Eifelstrecke geworben. Allerdings steckte die Firma, die unter anderem Fernsehbilder von Autorennen vertreibt, in finanziellen Nöten - just als sie die Finanzspritze des ADAC erhielt.

Einen Zusammenhang bestreiten in der "SZ" allerdings sowohl der ADAC, als auch das inzwischen sanierte Unternehmen.

Wegen der späteren Pleite der Rennstrecke wurde schließlich die Hälfte der Summe an den ADAC zurückgezahlt. Aus dem Club heißt es ausdrücklich, dem ADAC sei durch die Aktion kein finanzieller Schaden entstanden.

Club verteidigt umstrittenes Prämiensystem

Einen handfesten Imageschaden bedeuten hingegen die aktuellen Medienberichte über ein angebliches Bonussystem für den Austausch von Batterien bei Autopannen. Der ADAC hat das umstrittene Prämiensystem für Pannenhelfer inzwischen verteidigt, den konkreten Batterie-Vorwurf aber zurückgewiesen. Für die Mitarbeiter der Straßenwacht gebe es eine Leistungsprämie mit mehreren Bausteinen, erklärte eine Sprecherin des Autoclubs am Samstag. Der Austausch der Batterie sei nur ein Baustein der Prämie und mache nur ein Bruchteil des Gesamtgehalts aus.

"Konkret heißt das, dass es keine Prämie pro Batterie gibt", erklärte die Sprecherin. Auch eine zusätzliche Leistungsprämie bei der Überschreitung einer bestimmten Anzahl ausgetauschter Batterien sei nicht vorgesehen. Am Gesamtgehalt der Pannenhelfer habe die Prämie nur einen Anteil im mittleren einstelligen Prozentbereich. Zudem erziele der ADAC keinen Gewinn mit dem Austausch der Batterien.

Der ADAC steht derzeit wegen immer neuer Enthüllungen in der Kritik. Die Debatte begann damit, dass der Club Manipulationen bei der Wahl zum "Lieblingsauto der Deutschen" einräumen musste. Später bestätigte der ADAC unter anderem auch die Nutzung von vereinseigenen Rettungshubschraubern für Dienstreisen des Präsidiums.

jok/dpa/AFP
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