Automobilklub ADAC-Hauptversammlung beschließt Radikalumbau

Der ADAC will Glaubwürdigkeit zurückgewinnen: Auf seiner Hauptversammlung stimmten die Delegierten für einen radikalen Umbau. Zudem ernannten sie einen neuen Präsidenten: August Markl.

ADAC-Hauptversammlung in München: Einstimmig für die Reform
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ADAC-Hauptversammlung in München: Einstimmig für die Reform


München - Der krisengeschüttelte ADAC will sich mit einer umfassenden Strukturreform neu aufstellen und Vertrauen zurückgewinnen. Die Reform wurde bei der Hauptversammlung einstimmig angenommen.

Im Kern will Europas größter Autoklub mit knapp 19 Millionen Mitgliedern ein Verein bleiben und an der Pannenhilfe sowie anderen Serviceleistungen für Auto- und Motorradfahrer festhalten. Zugleich will der ADAC für transparente Strukturen seine wirtschaftlichen Aktivitäten in eine Aktiengesellschaft ausgliedern.

Mit 180 Ja-Stimmen, 28-Nein-Stimmen und zehn Enthaltungen ist August Markl zum neuen Präsident des Vereins gewählt worden. Er hatte zunächst vorläufig übernommen, als Peter Meyer das Amt aufgab. Auf Bitten des Beirats macht er jetzt weiter. Es war die erste außerordentliche Hauptversammlung in der 111-jährigen ADAC-Geschichte.

Die Reform sieht ein Drei-Säulen-Modell vor. Es soll Interessenkonflikte ausräumen und zugleich sicherstellen, dass der Autoklub seinen steuersparenden Vereinsstatus behält. Dieser wird derzeit vom Münchner Amtsgericht geprüft. Zusätzlich soll eine Stiftung gegründet werden.

ADAC war nach Enthüllungen in schwere Vertrauenskrise gestürzt

Zur Sicherung seiner Wettbewerbsfähigkeit sei der ADAC auch künftig auf wirtschaftliche Aktivitäten angewiesen, betonte Präsident Markl auf der Versammlung. "Aber er muss sie stärker vom Verein und seinen Aktivitäten trennen." Die Dauer des Reformprozesses lasse sich nicht absehen, weil die Neugestaltung der rechtlichen Strukturen viel Zeit verlange.

Zu den Aufgaben der Stiftung gehörten die Förderung der Unfallverhütung sowie Themen wie Unfallhilfe und Rettung aus Lebensgefahr, aber auch die entsprechende Forschung dazu, sagte Kurt Heinen, ADAC-Vizepräsident für Tourismus. "ADAC e.V. und ADAC-Stiftung werden sich gegenseitig befruchten und antreiben", sagte Rupert Graf Strachwitz, Mitglied des Beirats, den der Autoklub zur Krisenbewältigung ins Leben gerufen hatte. Mit der Stiftung bekenne sich der ADAC zu seiner Sozialpflichtigkeit und werde einen beträchtlichen Teil der wirtschaftlichen Erträge über die Stiftung für gemeinnützige Zwecke aufwenden, sagte der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, der ebenfalls Mitglied des ADAC-Beirats ist.

Zum Jahresbeginn waren Manipulationen beim Autopreis "Gelber Engel" bekannt geworden. In der Folge war es zu weiteren Enthüllungen gekommen, etwa über eine private Nutzung der Luftrettung. Der ADAC war darüber in eine tiefe Vertrauenskrise gestürzt. Der Präsident, der Geschäftsführer und der Kommunikationschef des ADAC hatten als Konsequenz aus der Skandalserie ihre Posten aufgeben müssen.

anr/dpa/AFP



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Tom82 06.12.2014
1. Aha...
Jetzt erst??????
Luna-lucia 06.12.2014
2. wohl zu krassss?
und hoffentlich die dem Staat, wegen falscher Titelführung "Verein" entstandenen Steuerschulden > freiwillig < zurückzahlen. Oki, auch wenn der, der ein "Vereinsstatus" früher von XY genehmigt wurde - es war ein Täuschungsmanöver, größter Unverschämtheit! Schiffsreisen, und ähnliches, unter dem Deckmantel eines Autoclubvereins anzubieten, und dazu natürlich nix zu versteuern, ist wahrlich KEIN! Kavaliersdelikt! Und das ist nur eins von zig anderen, nicht rechtlichen Verhaltensweisen dieses Krösusvereins. Ups, und wie war das mit den Hubschrauberflügen? Da fiel wohl auch nirgendwo eine Mehrwertsteuer an?
lilioceris 06.12.2014
3. Übrigens:
wie wäre es mit einem i n t e r n e n , nur ADAC-Mitgliedern vorbehaltenen F o r u m ? Mit verschiedenen Threads …Auch damit könnte der Verein seinen Mitgliedern dienen - ohne große Kosten. Und die Mitglieder könnten sich endlich ernstgenommen fühlen. Der Verein wüßte, wie seine Mitglieder ticken. Und wir brauchten nicht Facebook bemühen ;-))).
gruenflaeche 06.12.2014
4. Bla Bla ohne Substanz
Zitat von Luna-luciaund hoffentlich die dem Staat, wegen falscher Titelführung "Verein" entstandenen Steuerschulden > freiwillig < zurückzahlen. Oki, auch wenn der, der ein "Vereinsstatus" früher von XY genehmigt wurde - es war ein Täuschungsmanöver, größter Unverschämtheit! Schiffsreisen, und ähnliches, unter dem Deckmantel eines Autoclubvereins anzubieten, und dazu natürlich nix zu versteuern, ist wahrlich KEIN! Kavaliersdelikt! Und das ist nur eins von zig anderen, nicht rechtlichen Verhaltensweisen dieses Krösusvereins. Ups, und wie war das mit den Hubschrauberflügen? Da fiel wohl auch nirgendwo eine Mehrwertsteuer an?
Vielleicht sollten Sie die Berichterstattung auch mal im Detail lesen anstatt einfach nur ein paar Stammtischparolen in die Welt hinaus zu posaunen von denen es wahrlich auf der Welt genug gibt. Der ADAC zahlt Steuern, natürlich, wie fast jeder andere Verein auch (übrigens wo sich so viele über die Geschäfte des ADAC aufregen auch diverse Fußballvereine sind wahre Geldmaschinen, auch Parteien und Gewerkschaften verdienen über ähnliche Wege Geld). Das einzige wo der ADAC teilweise von der Steuer befreit ist (Wie AVD, ACE und noch ungefähr 10 weitere Automobilclubs in Deutschland). Ist der Mitgliedbeitrag der einfachen Basis-Mitgliedschaft das sind 49€ (derzeit) Jahresbeitrag auf die der ADAC keine Mehrwertsteuer bezahlt, die Beiträge schon der Plusmitgliedschaft (Versicherungsleistung) werden ganz normal versteuert. Würde also nun ein Gericht feststellen oder die Steuerbehörde das der ADAC dieses Privileg zu unrecht hat, dann müssten auch die anderen Automobilclubs in Deutschland um ihre Privilegien zittern (und vielleicht auch weitere Vereine). Von Reisen und ähnlichen die der ADAC anbietet wollen wir erst garnicht anfangen, natürlich werden hier die entsprechenden Steuern bezahlt, kann man im Rechenschaftsbericht des Vereins nachlesen. Soll ich noch etwas zu den Hubschrauberflügen sagen? Im ADAC ist unzweifelhaft etwas gewaltig aus dem Ruder gelaufen, das kann niemand bestreiten, aber man sollte doch zumindest mal bei den Fakten bleiben und dem Stammtisch zu Hause lassen.
thomas.mann1 06.12.2014
5.
Zitat von gruenflaecheVielleicht sollten Sie die Berichterstattung auch mal im Detail lesen anstatt einfach nur ein paar Stammtischparolen in die Welt hinaus zu posaunen von denen es wahrlich auf der Welt genug gibt. Der ADAC zahlt Steuern, natürlich, wie fast jeder andere Verein auch (übrigens wo sich so viele über die Geschäfte des ADAC aufregen auch diverse Fußballvereine sind wahre Geldmaschinen, auch Parteien und Gewerkschaften verdienen über ähnliche Wege Geld). Das einzige wo der ADAC teilweise von der Steuer befreit ist (Wie AVD, ACE und noch ungefähr 10 weitere Automobilclubs in Deutschland). Ist der Mitgliedbeitrag der einfachen Basis-Mitgliedschaft das sind 49€ (derzeit) Jahresbeitrag auf die der ADAC keine Mehrwertsteuer bezahlt, die Beiträge schon der Plusmitgliedschaft (Versicherungsleistung) werden ganz normal versteuert. Würde also nun ein Gericht feststellen oder die Steuerbehörde das der ADAC dieses Privileg zu unrecht hat, dann müssten auch die anderen Automobilclubs in Deutschland um ihre Privilegien zittern (und vielleicht auch weitere Vereine). Von Reisen und ähnlichen die der ADAC anbietet wollen wir erst garnicht anfangen, natürlich werden hier die entsprechenden Steuern bezahlt, kann man im Rechenschaftsbericht des Vereins nachlesen. Soll ich noch etwas zu den Hubschrauberflügen sagen? Im ADAC ist unzweifelhaft etwas gewaltig aus dem Ruder gelaufen, das kann niemand bestreiten, aber man sollte doch zumindest mal bei den Fakten bleiben und dem Stammtisch zu Hause lassen.
Der ADAC zahlt für rund 80% seiner "Leistungen" keine Steuern! Danke liebes ADAC Vorstandsmitglied für Ihren anonymen Kommentar. Sie machten sich gerade lächerlich!
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