Automobilclub ADAC-Präsident nutzte Rettungshubschrauber für Dienstreisen

Nach der Betrugsaffäre droht dem ADAC neuer Ärger: Laut "Stern" hat der Präsident des Automobilclubs, Peter Meyer, Rettungshubschrauber für Dienstreisen genutzt. Der Verein bestätigte diese Praxis.
Automobilclub: ADAC-Präsident nutzte Rettungshubschrauber für Dienstreisen

Automobilclub: ADAC-Präsident nutzte Rettungshubschrauber für Dienstreisen

Foto: Patrick Pleul/ dpa

Hamburg - Der ADAC nennt die Rettungshubschrauber die "gelben Engel der Lüfte". Laut dem "Stern"  dienen die Maschinen den Präsidiumsmitgliedern des Automobilclubs auch dazu, zwischen verschiedenen Veranstaltungen hin und her zu reisen. In den vergangenen zehn Jahren sei das "weniger als 30 Mal" vorgekommen, habe der ADAC dem "Stern" bestätigt.

Damit droht dem unter Druck stehenden Automobilclub neuer Wirbel. In den vergangenen Tagen hatte eine Betrugsaffäre beim ADAC Schlagzeilen gemacht. Hintergrund sind geschönte Teilnehmerzahlen bei der Wahl zum "Gelben Engel", dem Autopreis des Clubs. Der damalige Kommunikationschef Ramstetter hatte die Zahlen frisiert, er ist mittlerweile von allen Ämtern zurückgetreten.

Die Tatsache, dass Präsidiumsmitglieder die Hubschrauber der gemeinnützigen GmbH ADAC Luftrettung nutzen, dürfte viele der 19 Millionen Mitglieder verärgern. Die Maschinen werden aus Bundesmitteln, Krankenkassenbeiträgen, von den ADAC-Mitgliedern und durch Spenden finanziert.

Kritik droht dem ADAC von den Krankenkassen. Der Verband der Ersatzkassen (VdEK) hatte bisher nach eigenen Angaben keinen Hinweis auf Flüge des Präsidiums mit Rettungshubschraubern. Sollten die Flüge als allgemeine Kosten in die regelmäßigen Verhandlungen über Rettungskosten mit den Krankenkassen eingeflossen sein, wäre das "unstatthaft", teilte der Verband dem "Stern" mit.

ADAC: Flüge vom Verein bezahlt

Das Magazin nennt einen konkreten Fall, der sich vor rund zehn Jahren ereignet habe. ADAC-Präsident Peter Meyer sei am 27. Juni 2003 mit einem Rettungshubschrauber erst zum Hamburger Hafen zum "Tag der Verkehrssicherheit", dann nach Wolfsburg zu einer Tagung der Kfz-Sachverständigen und schließlich von dort weiter geflogen. Der Hubschrauber sei dabei jeweils abseits von Flughäfen gelandet. Auch das bestätigte der ADAC. Der Flug sei vom Verein bezahlt worden.

Der ADAC verfügt für seine 51 Rettungshubschrauber über eine allgemeine Außenlandegenehmigung, jedoch nicht, um zum einfachen Personentransport außerhalb von Flugplätzen zu landen, berichtet der "Stern" mit Berufung auf das Luftamt Südbayern. Der ADAC teilte mit, es habe im konkreten Fall eine Genehmigung gegeben.

Weiter heißt es laut "Stern" in der Stellungnahme: "Die Präsidiumsmitglieder sind als offizielle Organe dazu berechtigt, für dienstliche Anlässe bei Verfügbarkeit ausschließlich auf Reservemaschinen der Luftrettung zurückzugreifen." Sofern man Hubschrauber für andere Zwecke als den Rettungsdienst verwendet, "tun wir dies im Rahmen unserer unternehmerischen Verantwortung zur Senkung unserer Fixkosten".

cte
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