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10. Februar 2014, 17:39 Uhr

Fälschungen bei ADAC-Preis

Autohersteller geben ihre Trophäen zurück

Die deutschen Autobauer machen ihre Ankündigungen wahr: Nachdem der ADAC weitere Manipulationen beim Zuschauerpreis des "Gelben Engel" eingeräumt hat, geben sie jetzt ihre Siegerpokale zurück.

München/Stuttgart - Mal hatte BMW den Preis für das "Lieblingsauto der Deutschen" erhalten, mal Mercedes, mal Audi oder VW - immer waren es deutsche Autobauer, die bei der Abstimmung unter ADAC-Mitgliedern angeblich ganz vorn lagen. Die Konzernbosse persönlich nahmen die Siegerpokale bei den Preisverleihungen in Empfang. Doch jetzt geben die Unternehmen sämtliche Preise des "Lieblingsautos" zurück - und es ist kaum anzunehmen, dass Dieter Zetsche, Norbert Reithofer oder Martin Winterkorn die Trophäen beim ADAC selbst abliefern.

Die Autobauer hatten die Rückgabe für den Fall angekündigt, dass beim "Gelben Engel" nicht nur die Stimmenzahlen manipuliert, sondern auch die Rangfolge der Siegerliste gefälscht war. Am Montag hat der ADAC nun eingeräumt, dass bei dem Ranking tatsächlich einzelne Platzierungen vertauscht worden waren. Daraufhin zogen Mercedes, BMW und VW die Konsequenzen.

"Der Gelbe Engel hat seine Glaubwürdigkeit verloren"

"Für uns als BMW Group sind Auszeichnungen und Preise nur dann von Bedeutung, wenn sie unabhängig und transparent ermittelt werden - andernfalls sind sie wertlos", erklärte das Unternehmen am Montag in München. "Durch die nun nachgewiesenen Manipulationen bei der Stimmenauswertung hat der Gelbe Engel des ADAC seine Glaubwürdigkeit verloren."

Ähnlich äußerte sich ein VW-Sprecher. Zwar habe der Golf bei der Wahl 2014 nach wie vor die meisten Stimmen auf sich vereint. Da aber die Reihenfolge platzierter Fahrzeuge 2014 und in den vergangenen Jahren offenbar nicht korrekt gewesen sei, habe sich der Konzern mit seinen Marken dazu entschlossen, sämtliche Auszeichnungen der vergangenen Jahre an den ADAC zurückzugeben. Zu den Marken des Konzerns zählt unter anderem auch Audi.

Auch der Sportwagenhersteller Porsche gibt seine ADAC-Auszeichnung zurück. Die Entscheidung sei nach der Veröffentlichung des Prüfberichts gefallen, sagte ein Firmensprecher der VW-Tochter. Der Sportwagenbauer hatte den ADAC nach Bekanntwerden der Vorwürfe zunächst gegen die Kritik verteidigt. Porsche war im Jahr 2011 für den 911 in der Kategorie "Qualität" mit dem "Gelben Engel" ausgezeichnet worden.

"Ein schwerer Schlag für den gesamten ADAC"

"Die Manipulationen bei der Leserwahl zum 'Lieblingsauto 2014' sind ein schwerer Schlag für den gesamten ADAC. Wir sind fassungslos, dass dies in unserem Haus passieren konnte", sagte ADAC-Geschäftsführer Karl Obermair, der ebenfalls in der Kritik steht. "Wir verstehen den Unmut der Automobilhersteller und der Öffentlichkeit und bedauern zutiefst, dass wir mit den jetzt bewiesenen Manipulationen sehr viel Vertrauen verloren haben. Dafür möchten wir uns bei unseren Mitgliedern, den ADAC Mitarbeitern sowie den betroffenen Automobilherstellern in aller Form entschuldigen."

Neben der Teilnehmerzahl sei bei der Wahl zum "Lieblingsauto der Deutschen" in diesem Jahr auch die Rangfolge gefälscht worden, teilte der ADAC unter Berufung auf die Prüfung der Unternehmensberatung Deloitte mit. Es gebe zudem Anhaltspunkte dafür, dass auch in den Vorjahren ähnliche Veränderungen vorgenommen worden seien. Die genauen Ergebnisse für die Wettbewerbe der Jahre 2005 bis 2013 werden voraussichtlich in der kommenden Woche kommuniziert.

Zum Rücktritt von ADAC-Präsident Peter Meyer wollten sich die Autohersteller nicht äußern. Der 64-Jährige hatte am Montag sein Amt niedergelegt. Meyer will allerdings Vorsitzender des ADAC-Regionalclubs Nordrhein bleiben.

cst/dpa

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