ADAC-Stichprobe Zwei Drittel aller Gebrauchtwagen sind überteuert

Der kritische Blick beim Gebrauchtwagen-Kauf ist berechtigt: Zwei Drittel der von Händlern verkauften Autos sind laut einem ADAC-Test ihr Geld nicht wert. Der Autoclub stellte teilweise sogar erhebliche technische Mängel an den Wagen fest.


München - Jeder vierte der getesteten gewerblichen Autohändler fiel in der heute in München vorgestellten Studie des ADAC durch. Ein weiteres Viertel kam in der Bewertung der Tester nicht über ein schwaches "durchschnittlich" hinaus. Der Autoclub hatte je 23 markengebundene und freie Autohändlern in den sechs Ballungsgebieten München, Stuttgart, Köln, Hamburg, Berlin und Dresden unter die Lupe genommen. Würde die - allerdings nicht repräsentative - Stichprobe hochgerechnet, werden in jedem Jahr rund 900.000 Käufer von dubiosen Autohändlern über den Tisch gezogen.

Zwei Drittel aller angebotenen Fahrzeuge seien zu einem überteuerten Preis angeboten worden. Darüber hinaus kritisierte der ADAC falsche Angaben auf Preisschildern und fehlende Einsicht in die Fahrzeugunterlagen. Den Testern kamen neben offensichtlichen Mängeln wie abgefahrener und platter Reifen oder gar fehlende Fahrbereitschaft außerdem auch zahlreiche Fälle unter, die vielen privaten Käufern nicht auf Anhieb auffallen würden. So hätten viele Händler Vorschäden verschwiegen oder bagatellisiert, außerdem stellten die Tester beim genauen Check teilweise erhebliche technische Mängel fest.

Den ersten Platz belegte ein Autohaus in Dresden, das die ADAC-Tester mit kompetentem Service und günstigen Preisen überzeugen konnte. Auf dem letzten Platz landete den Angaben zufolge ein Münchner Gebrauchtwagenhändler. Dessen Angebote für Fahrzeuge mit teilweise gravierenden technischen Mängeln lagen bis zu 21 Prozent über dem Marktwert der Autos.

abl/ddp/AFP



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