ADAC-Bilanz 2018 Rund 2000 Staus - pro Tag

Insgesamt waren sie im vergangenen Jahr länger und häufiger; besonders betroffen war Nordrhein-Westfalen; am schlimmsten war es am 28. Juni: Der ADAC hat seine Bilanz über Verkehrsstaus auf deutschen Autobahnen vorgestellt.

Stau auf der A7 Richtung Norden (April 2018)
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Stau auf der A7 Richtung Norden (April 2018)


Im vergangenen Jahr hat der ADAC rund 745.000 Staus auf deutschen Autobahnen registriert. Im Durchschnitt habe es damit bundesweit mehr als 2000 Staus pro Tag gegeben, teilte der Automobilclub mit. Insgesamt seien in der Staudatenbank knapp drei Prozent mehr Staus als im Jahr 2017 erfasst worden.

Die Staulängen wuchsen um rund fünf Prozent und summierten sich laut ADAC auf eine Gesamtlänge von etwa 1,5 Millionen Kilometer - eine Autoschlange, die etwa 38-mal um die Erde reichen würde. Insgesamt waren Fahrer 459.000 Stunden zum Stillstand gezwungen.

Als Gründe für den Anstieg führte der Automobilclub die um 0,4 Prozent gestiegene Kfz-Fahrleistung an - errechnet von der Bundesanstalt für Straßenwesen - sowie den leichten Anstieg der Baustellenzahl: 2018 gab es rund 3 Prozent mehr als 2017.

Im Bundesländer-Ranking steht unverändert Nordrhein-Westfalen mit 35 Prozent aller Staus an der Spitze, gefolgt von Bayern (17 Prozent) und Baden-Württemberg (11 Prozent).

Der staureichste Tag des Jahres 2018 mit einer Mischung aus Reise- und Berufsverkehr war den Angaben zufolge Donnerstag, 28. Juni. An diesem Tag begannen in Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt die Sommerferien. Der Verkehr habe sich auf 13.000 Kilometern gestaut.

obs/ADAC/ADAC e.V.

Bezogen auf die Wochentage kam es vor allem mittwochs zu den meisten Staus - im Vorjahr hatte der Donnerstag die Liste noch angeführt. 2018 summierten sich die Staukilometer mittwochs auf eine Länge von 5920 Kilometer, wie der ADAC mitteilte. Ähnlich schlecht sah es an Donnerstagen (5773 Kilometer), Dienstagen (5345) und Freitagen (5144) aus. Wer an den Wochenenden unterwegs war, kam besser davon: Im Durchschnitt gab es samstags rund 1500 Kilometer Stau und sonntags rund 1400 Kilometer.

Im Video: Verkehrsinfarkt - Dauerstau in Deutschland

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aar/dpa

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insgesamt 45 Beiträge
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hajueberlin 17.01.2019
1. Auch ohne
Zahlen zu kennen, kann ich es erklären: Die meisten in D haben Arbeit und fahren mit dem Auto dahin. Verständlich. Viele von denen wiederum sind Pendler. Also sind viele Autos auf den Straßen. Logisch. Oder?
hermann_huber 17.01.2019
2. Egal oder
ich vermisse in diesem Beitrag den Ansatz zur Änderung zum Besseren. Warum kein Ausbau des Standstreifwns zur dritten Spur und dazu öfter eine Nothaltebucht? Warum kein drei Schichten Betrieb bei den Baustellen. ABER egal. Scheinbar finden die Deutschen den Stillstand ja gut. Sei es in der Politik oder auf den Strassen. Gottseidank gibt's durch Frau Bär jetzt wenigstens mehr Fligtaxis u d schnelles Internet mit Geschwindikkeiten bei den wir Weltmeister werden (sowas lässt sich der Deutsche von seinen Politikern erzählen)
michael.romannowski 17.01.2019
3. nur ein Weg zur Stauvermeidung
weniger Individualverkehr und mehr ÖPNV. Diesen massiv ausbauen und fördern, dann werden es auch weniger Status
Critical Element 17.01.2019
4. Wo sind die Maßnahmen unserer Regierung...
...zu erkennen? Es gibt doch Ursachen für diese Zunahme des Verkehrs (im Übrigen nicht nur auf die Straße begrenzt). Statt steuerliche Anreize für Dienstwagen und Pendelei zu schaffen, sollte unsere Regierung ihren Auftrag wahrnehmen und für gleiche Lebensverhältnisse in ganz Deutschland sorgen. Es bringt doch nichts immer mehr Wohnungen in Ballungsräumen zu bauen wenn gleichzeitig die Infrastruktur nicht wächst und alle sich auf die Füße treten. Vielmehr sollte versucht werden die Wirtschaft auch außerhalb der Ballungsräume anzusiedeln und dafür entsprechende Anreize zu schaffen.
so-long 17.01.2019
5. Entweder
alle Straßen 8-spurig ausbauen oder ein generelles Tempolimit, gerne testweise und befristet auf ein oder zwei Jahre.
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