Neue Gesetze für 2015 Das ändert sich für Autofahrer im kommenden Jahr

Mehr Komfort, weniger Bürokratie: Ein paar Gesetzesneuerungen werden Autofahrern im nächsten Jahr das Leben leichter machen. Besonders Besitzer von E-Mobilen dürfen sich auf 2015 freuen.
Berliner Kennzeichen: Ab 1. Januar 2015 trotz Wegzugs weiter nutzbar

Berliner Kennzeichen: Ab 1. Januar 2015 trotz Wegzugs weiter nutzbar

Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Auto online abmelden

Im nächsten Jahr können Fahrzeuge bequem zu Hause am Computer abgemeldet werden. Allerdings gilt das nur für Fahrzeuge, die auch nach dem 1. Januar 2015 zugelassen worden sind.

Warum? Weil jedes Fahrzeug dann automatisch die neuen Stempelplaketten und Zulassungsbescheinigungen bekommt - unter denen sich jeweils verdeckte Sicherheitscodes befinden. Einfach durch Freirubbeln offenlegen, die Codes im Internet etwa auf dem Internetportal des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) www.fahrzeugzulassung-deutschland.de  oder Seiten der Zulassungsbehörden der Länder eingeben und mit dem elektronischen Personalausweis bestätigen. Die anfallenden Gebühren sollen auch entsprechend online bezahlt werden können.

Wer lieber persönlich zur Zulassungsbehörde gehen will, kann das weiterhin tun.

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Bundesweite Kennzeichenmitnahme

Nummernschilder: Alte Kennzeichen können auch nach Umzug behalten werden

Nummernschilder: Alte Kennzeichen können auch nach Umzug behalten werden

Foto: Bernd Thissen/dpa

Bislang mussten Autofahrer ihr Nummernschild wechseln, sobald sie in eine neue Stadt gezogen sind. Ab 1. Januar 2015 wird die "Pflicht zur Umkennzeichnung bei Wohnsitzwechsel" aufgehoben.

Jeder kann dann selbst entscheiden, ob er das bisherige Kennzeichen behalten oder am neuen Wohnsitz ein neues zugeteilt bekommen möchte. Ummelden muss man sich aber weiterhin.

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Notrufsystem eCall kommt

Automatisches Notrufsystem eCall: Ab 2015 in neuen Automodellen verpflichtend

Automatisches Notrufsystem eCall: Ab 2015 in neuen Automodellen verpflichtend

Foto: Armin Weigel/ picture alliance / dpa

Neue, typengenehmigte Automodelle müssen in Europa von 2015 an mit dem automatischen Notrufsystem eCall ausgestattet werden. Bei einem Unfall ruft das System selbstständig den Notruf 112 und sendet Ort und Zeitpunkt an die Rettungskräfte.

Darüber hinaus kann eine Telefonverbindung zu den Fahrzeuginsassen aufgebaut werden. All das passiert automatisch, sobald ein Airbagsensor ausgelöst wird. Obwohl es die Sicherheit steigert, gilt das System aus Datenschutzgründen als umstritten.

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Kurzkennzeichen an strengere Regeln geknüpft

Kurzkennzeichen: Ab 2015 gelten strengere Auflagen

Kurzkennzeichen: Ab 2015 gelten strengere Auflagen

Foto: Tim_Brakemeier/ picture-alliance / dpa

Bislang gab es die für fünf Tage geltende gelb-weiße Überführungsnummer auch für Fahrzeuge ohne gültige Hauptuntersuchung (HU). Ab 1. April 2015 ist damit Schluss. Einzige Ausnahme: Der Wagen fährt direkt zu einer Prüfstelle im Zulassungsbezirk, der das Kennzeichen ausgestellt hat, oder einem angrenzenden Bezirk.

Das Bundesverkehrsministerium will mit der neuen Regelung den Missbrauch von Kurzzeitkennzeichen unterbinden und begründet die Änderung außerdem mit mehr Schutz für andere Verkehrsteilnehmer: "Fahrzeuge, die nicht verkehrssicher sind, gehören nicht auf die Straße", so ein Ministeriumssprecher auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. Solche Autos könnten jederzeit mit einem Transporter überführt werden.

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Privilegien für E-Autos...

Ladestation für Elektro-Fahrzeuge: Kommunen dürfen Parkplätze reservieren

Ladestation für Elektro-Fahrzeuge: Kommunen dürfen Parkplätze reservieren

Foto: Bodo Marks/ picture alliance / dpa

Das Elektromobilitätsgesetz (EmoG) soll Anfang Februar 2015 in Kraft treten. Es sieht unter anderem vor, Parkplätze an Ladestationen für E-Autos zu reservieren, Parkgebühren zu vergünstigen oder zu erlassen und das Befahren von Busspuren zu erlauben. Die Zustimmung durch Bundesrat und das Parlament ist laut Michael Niedermeier, ADAC-Referent für Verkehr und Umwelt, zu erwarten. Die Umsetzung der Sonderrechte ist dann aber Sache der Kommunen.

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...aber: Nur noch fünf Jahre Steuerbefreiung für E-Autos

E-Auto: Autokauf von Stromern lohnt sich noch bis Ende 2015 besonders stark

E-Auto: Autokauf von Stromern lohnt sich noch bis Ende 2015 besonders stark

Foto: Volkswagen

E-Fahrzeuge sind derzeit zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Jedoch gilt das nur noch für bis zum 31. Dezember 2015 erstmals zugelassene Exemplare. Danach halbiert sich die Steuerbefreiung von zehn auf fünf Jahre.

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Euro 6 Abgasnorm wird verpflichtend

Sauberere Abgase: Euro-6-Norm wird für Fahrzeuge verpflichtend

Sauberere Abgase: Euro-6-Norm wird für Fahrzeuge verpflichtend

Foto: Oliver Weiken/ picture alliance / dpa

Künftig führt kein Weg mehr an sauberen Fahrzeugen vorbei. Ab dem 1. September 2015 müssen alle neu zugelassenen Fahrzeuge die strengere Euro 6 Abgasnorm erfüllen. Diesel-Fahrzeuge dürfen dann nicht mehr als 80 Milligramm Stickoxide pro Kilometer ausstoßen. Das entspricht einer Verringerung um weitere 50 Prozent gegenüber der Norm Euro 5, so die EU-Kommission . Ebenfalls abgesenkt wird zudem die Summe der Kohlenwasserstoff- und der Stickstoffoxidemissionen aus Dieselfahrzeugen auf 170 mg/km.

Hersteller arbeiten seit Längerem an der Umstellung; neue Fahrzeugtypen mussten bereits ein Jahr früher die Euro-6-Norm bei der Typprüfung erfüllen. Die neuen Abgas-Grenzwerte sind vor allem für Diesel-Fahrzeuge eine Herausforderung.

Für Käufer ändert sich im Wesentlichen nichts - die grüne Plakette für Umweltzonen bekommen auch Fahrzeuge mit Euro 4 und Euro 5.

smh/dpa