Streit um zu kleine Streifenwagen Verbrecher jagen mit der Familienkutsche

Nordrhein-Westfalen erwägt die Anschaffung von Vans als Dienstwagen. Bisher fuhr die Polizei dort BMW-Kombis - und klagte zuletzt massiv darüber.
Vans als Streifenwagen in Nordrhein-Westfalen

Vans als Streifenwagen in Nordrhein-Westfalen

Foto: Marius Becker/ dpa

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen wird möglicherweise schon im kommenden Jahr mit Kompaktvans auf Streife fahren. Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) startete eine Testphase für die potenziellen neuen Polizeiautos. Er übergab bei einem Pressetermin zehn Kompaktvan-Modelle der Typen BMW Gran Tourer, Ford S-Max, Mercedes Vito, Opel Zafira und Volkswagen Touran an unterschiedliche Polizeibehörden. Fünf Wochen lang dürfen die Gesetzeshüter die Autos nun Probe fahren.

Im Anschluss daran werde die grundsätzliche Entscheidung fallen, ob NRW künftig auf Kombis als Streifenwagen verzichtet und stattdessen auf die geräumigen Vans umsteigt, die sonst auch gerne als Familienwagen genutzt werden. Im Sommer könne die Ausschreibung dann erfolgen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in NRW.

Auch in anderen Bundesländern kommen Vans zum Einsatz

Die Wahl der Polizeiautos in NRW findet deshalb Beachtung, weil Beamte 2016 öffentlich über Platzmangel in Streifenwagen geklagt hatten. Das Land hatte damals etwa 2000 BMW 318d Touring bestellt, die nun von 2019 an nach und nach ersetzt werden sollen. Vor allem für größere Beamte sei das Modell zu klein. Auch fehle es an Stauraum für die neue Ausstattung zur Terrorabwehr. Ballistische Schutzhelme, Maschinenpistolen und Einsatzwesten müssten fachgerecht gelagert werden, sagte der Vorsitzende der NRW-Gewerkschaft der Polizei, Arnold Plickert.

NRW ist nicht das erste Bundesland, das Vans als Streifwagen testet. Unter anderem kommen in Bayern BMW Gran Tourer bei der Polizei zum Einsatz.

mhu/dpa
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