Akku für Elektroautos Das riskante Kraftpaket

Ein US-Unternehmen hat nach eigenen Angaben einen Rekord-Akku entwickelt: Eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer Energiedichte von 400 Wattstunden pro Kilo. Profitieren sollen davon vor allem die Käufer von Elektroautos. Aber der Akku birgt Gefahren.

Batteriebetrieben: In den meisten Elektroautos sind Lithium-Ionen-Akkus eingebaut
DPA

Batteriebetrieben: In den meisten Elektroautos sind Lithium-Ionen-Akkus eingebaut


400 Wattstunden pro Kilo, das ist eine Rekordleistung für eine wiederaufladbare Lithium-Ionen-Batterie. Das in Kalifornien angesiedelte Unternehmen Envia Systems hat ein solches Kraftpaket entwickelt. Getestet wurde der Akku unter Aufsicht der US-Navy im Naval Surface Warfare Center. Die Behörde bestätigte die Leistung.

Lithium-Ionen-Batterien dienen als Energiespeicher für Elektrofahrzeuge. In den erhältlichen Elektroautos sind Batteriezellen mit einer Leistung von rund 120 Wattstunden pro Kilo eingebaut. Die Produktionskosten der Akkus sind hoch, sie sind der Hauptgrund für den derzeit hohen Preis von E-Mobilen.

"Uns ist es gelungen, die Energiedichte von Batterien um mehr als das Doppelte zu steigern und die Kosten der Herstellung um die Hälfte zu senken", verkündet nun Envia-Chef Atul Kapadia. Damit sei man dem Ziel näher gekommen, Elektroautos mit einer Reichweite von rund 500 Kilometern zu einem Massenprodukt zu machen.

Die Wahrheit liegt auf der Straße

Der Weg dorthin ist trotzdem noch weit, ist sich Helmut Schmaler vom ADAC sicher. Der Experte für Batterietechnik will zwar nicht bestreiten, dass eine Lithium-Ionen-Batterien mit 400 Wattstunden pro Kilo gebaut werden kann: "Aber was im Labor möglich ist, muss erst noch auf der Straße getestet werden." Denn mit der Energiedichte der Batterie steige auch die Gefahr, dass sie sich überhitzt und entzündet.

Das Batteriemanagement - also die Regelung und Überwachung - könne dabei ein "großes Problem" darstellen. "Und Unfälle müssen dabei auch bedacht werden", sagt Schmaler. "Bis diese Technologie in Serie gebaut werden kann, muss sie erst mal beherrschbar sein", so der Ingenieur. Bei der Massenfertigung liege aber der Knackpunkt für die Kosten für Lithium-Ionen-Batterie - und damit letztlich auch für den Preis von Elektroautos.

cst

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deuterius 02.03.2012
1. Hysterie
Zitat von sysopDPAEin US-Unternehmen hat nach eigenen Angaben einen Rekord-Akku entwickelt: Eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer Energiedichte von 400 Wattstunden pro Kilo. Profitieren sollen davon vor allem die Käufer von Elektroautos. Aber der Akku birgt Gefahren. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,818905,00.html
Ich benutze seit mehr 10 Jahren Lithium-Polymer Akkus im Flugmodellbau und belaste sie sowohl beim Laden als auch Entladen mindestes um Faktor 10 stärker als es im Elektroauto üblich ist. Es kam noch nie zu den befürchteten Problemen, auch nicht bei Abstürzen, bei denen die Akkus schwerste Schäden durch ungeschützte Aufschläge mit über 200kmh erfuhren. Für mich ist das alles Hysterie ohne Realitätsbezug. Man stelle sich vor, wir würden seit 100 Jahren elektrisch fahren und nun käme jemand auf die Idee 100l hochexplosives Benzin als Energiespeicher mitzuführen. Ich wette, man würde denjenigen für verrückt erklären für so eine absurde Idee. Jährlich brennen mindestens 30000 Autos allein in Deutschland und keiner regt sich drüber auf.
paulinenaue 02.03.2012
2.
Zitat von deuteriusIch benutze seit mehr 10 Jahren Lithium-Polymer Akkus im Flugmodellbau und belaste sie sowohl beim Laden als auch Entladen mindestes um Faktor 10 stärker als es im Elektroauto üblich ist. Es kam noch nie zu den befürchteten Problemen, auch nicht bei Abstürzen, bei denen die Akkus schwerste Schäden durch ungeschützte Aufschläge mit über 200kmh erfuhren. Für mich ist das alles Hysterie ohne Realitätsbezug. Man stelle sich vor, wir würden seit 100 Jahren elektrisch fahren und nun käme jemand auf die Idee 100l hochexplosives Benzin als Energiespeicher mitzuführen. Ich wette, man würde denjenigen für verrückt erklären für so eine absurde Idee. Jährlich brennen mindestens 30000 Autos allein in Deutschland und keiner regt sich drüber auf.
Merkzettel 02.03.2012
3. Lithium und E-Autos
Folgende Fragen tun sich auf: - Wo bekommt man die irrsinnigen Mengen Lithium her, die man für solche Batterien braucht? - Wo kommt die Elektroenergie für den Betrieb der E-Autos her? Aus AKW? Im Übrigen verstehe ich das Geschrei um die E-Autos nicht. Die gibt es mindestens ebenso lange, wie es benzingetriebene Autos gibt. Die Post hatte in den 1950er mindestens in Berlin elektrisch angetriebene Paketwagen und eine Brotfabrik fuhr in der Zeit ihre Brote ebenfalls mit Elektroautos aus. Ich selbst bin Ende der 1960er bei zwei süddeutschen Elektrofirmen E-Autos zur Probe gefahren. Was ist eigentlich das Neue?
paulinenaue 02.03.2012
4.
Zitat von deuteriusIch benutze seit mehr 10 Jahren Lithium-Polymer Akkus im Flugmodellbau und belaste sie sowohl beim Laden als auch Entladen mindestes um Faktor 10 stärker als es im Elektroauto üblich ist. Es kam noch nie zu den befürchteten Problemen, auch nicht bei Abstürzen, bei denen die Akkus schwerste Schäden durch ungeschützte Aufschläge mit über 200kmh erfuhren. Für mich ist das alles Hysterie ohne Realitätsbezug. Man stelle sich vor, wir würden seit 100 Jahren elektrisch fahren und nun käme jemand auf die Idee 100l hochexplosives Benzin als Energiespeicher mitzuführen. Ich wette, man würde denjenigen für verrückt erklären für so eine absurde Idee. Jährlich brennen mindestens 30000 Autos allein in Deutschland und keiner regt sich drüber auf.
Sie haben voellig recht. Zumal LiPo Batterien in jedem Laptop und Handy verbaut sind. Ich habe sehr wenige Manschen mit durch ihre Telefone verbrannten Ohren kennengelernt.
TheBear 02.03.2012
5. Ob Hysterie ...
Zitat von deuteriusIch benutze seit mehr 10 Jahren Lithium-Polymer Akkus im Flugmodellbau und belaste sie sowohl beim Laden als auch Entladen mindestes um Faktor 10 stärker als es im Elektroauto üblich ist. Es kam noch nie zu den befürchteten Problemen, auch nicht bei Abstürzen, bei denen die Akkus schwerste Schäden durch ungeschützte Aufschläge mit über 200kmh erfuhren. Für mich ist das alles Hysterie ohne Realitätsbezug. Man stelle sich vor, wir würden seit 100 Jahren elektrisch fahren und nun käme jemand auf die Idee 100l hochexplosives Benzin als Energiespeicher mitzuführen. Ich wette, man würde denjenigen für verrückt erklären für so eine absurde Idee. Jährlich brennen mindestens 30000 Autos allein in Deutschland und keiner regt sich drüber auf.
Ob Hysterie wird sich zeigen müssen, aber Ihr Vergleich bezüglich der Einführung von Autos, die hochexplosives Benzin mit sich herum führen, gefällt mir. Rückt die Aufregung ins rechte Licht. Was die Kapazität betrifft: Ich habe schon seit Beginn der E-Autodiskussionen immer gesagt, dass es erst ab 500Wh/kg interessant wird, und 400 Wh/kg klingen gar nicht so schlecht. Was mich dabei wirklich interessiert: Was ist die Kapazität nach zwei, bzw. 10 Jahren, und zwischen welchen Ladezuständen kann man die Akkus benutzen, ohne dass man sie schädigt (habe gelesen zwischen 20% und 85%=die benutzbare Kapizität wäre also lediglich 260 Wh/kg). Die Zahl der Explosionen sollte man dann in Relation setzen mit der Anzahl der Toten und Verletzten im Strassenverkehr.
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