Projekt gegen Falschfahrer  Verkehrsminister plant elektronische Überwachung an Autobahnen

An die 2700 Falschfahrermeldungen gibt es pro Jahr, bei Unfällen mit dem unerwarteten Gegenverkehr kommen zwanzig Menschen um. Mit einem elektronischen Warnsystem will Verkehrsminister Dobrindt diese Unglücke nun verhindern.


Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt plant als Schutz vor Falschfahrern eine elektronische Überwachung an allen Autobahn-Anschlussstellen. Der CSU-Politiker wolle eine Sicherheitsüberprüfung sämtlicher Auffahrten und ein Pilotprojekt für elektronische Warnungen für Fahrzeuge auf den Weg bringen, die in der falschen Fahrtrichtung unterwegs sind, schreibt die "Passauer Neue Presse" in ihrer Montagsausgabe.

So solle im Auftrag Dobrindts ein "digitales Testfeld Autobahn" entwickelt werden, erfuhr das Blatt aus dem Bundesverkehrsministerium. Moderne und zukunftsweisende Systeme und Technologien sollen dort erprobt und bewertet werden - darunter telematische Falschfahrerwarnungen. Noch dieses Jahr soll das Pilotprojekt der Öffentlichkeit präsentiert werden, so plane es das Ministerium.

Für Dobrindt wäre ein Projekt, mit dem er Sympathiepunkte einsammeln könnte, dringend nötig. Seine bisher angestoßenen Gesetze,

drohen am Widerstand der EU beziehungsweise der Kommunen und Städte zu scheitern.

Falschfahrer wird es auch trotz Warnsysteme weiterhin geben

Für die Sicherheitsüberprüfung der Anschlussstellen habe die Bundesanstalt für Straßenwesen (Bast) Checklisten konzipiert, die den zuständigen Bundesländern übersandt worden seien. Die Liste mit 23 Fragen existiert bereits seit dem vergangenen Jahr und kann im Internet abgerufen werden.

Damit stünden jetzt einheitliche Kriterien für die Sicherheitsüberprüfung zur Verfügung, um alles auszuschließen, was Falschfahrten begünstigen könnte. Pro Jahr werden in Deutschland laut Autofahrerklub ADAC zwischen 2400 und 2700 Falschfahrten gemeldet. Jährlich kommen dabei etwa 20 Menschen ums Leben.

Es gibt bereits verschiedene Konzepte gegen Falschfahrer. Experten waren sich bisher einig, dass die Gefahr eines Falschfahrers nicht restlos verhindert werden kann. Der Vorgänger von Dobrindt, Peter Ramsauer,hatte große, gelbe Warntafeln als Maßnahme gegen Falschfahrer favorisiert.

Konzepte gegen Falschfahrer: Von der Kralle bis zum Kontrollverlust

mhu/dpa

insgesamt 142 Beiträge
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Seite 1
crewmitglied27 18.08.2014
1. Jedes Jahr sterben in Deutschland
ca 3500 Autofahrer durch die Folgen von Alkohol am Steuer. Es sterben vielleicht 30 durch Falschfahrer. Wäre es da nicht sinnvoller, Herr Dobrindt, etwas gegen Alkoholismus und Alkohol am Steuer zu unternehmen? Oder will man eventuell mit ausfahrbaren Barrieren und Totalüberwachung ganz andere Dinge tun?
orthos 18.08.2014
2. Eigentlicher Zweck
Der eigentliche Zweck ist lediglich, jeden Autofahrer beim Auf- und Abfahren von der Autobahn zu tracken... Eine einfache, überwachungsfreie Möglichkeit wäre es, einseitig befahrbare Reifenkrallen an den Brems- und Beschleunigungsstreifen anzubringen. Sicher, einfach, billig, wartungsfrei. Wahrschienlich zu einfach...
maco 18.08.2014
3. .
Zitat von sysopDPAAn die 2700 Falschfahrermeldungen gibt es pro Jahr, bei Unfällen mit dem unerwarteten Gegenverkehr kommen zwanzig Menschen um. Mit einem elektronischen Warnsystem will Verkehrsminister Dobrindt diese Unglücke nun verhindern. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/aktion-gegen-falschfahrer-dobrindt-plant-elektronische-ueberwachung-a-986623.html
Klar, bevor man es konventionell mit auffälligen Schildern versucht, wird ein weiteres elektronisches Überwachungssystem (natürlich mit zentraler Datenspeicherung) konzipiert - kann man es zufällig auch für die Maut mitverwenden? Könnte man umgekehrt die bereits existierenden Mautbrücken nicht zur Erfassung und Warnauslösung von Falschfahrern verwenden? Versenkte Krallen mögen ihre Nachteile haben - aber sie verhindern schonmal 100% der versehentlichen Falschauffahrten (gegen ein Umdrehen auf freier Strecke hilft gar keine Technik).
itsamadworld 18.08.2014
4. ein Blick nach Österreich genügt,
und Herr Dobrindt könnte sich eine Menge Geld sparen. Da werden problematische Autobahn-Einfahrten durch zusätzliche Warnschilder gekennzeichnet, so dass kein versehentliches falsches Einfahren möglich ist. Für Fahrer, die es trotzdem dann voller Absicht tun, ist auch mit High-Tec Elektronik nichts auszurichten. Aber in Deutschland muss so was ja dann gleich wieder ein paar Millionen kosten und andauernde Wartungskosten auslösen. Dobrindt ist ein Versager und eine Zumutung. Nur Gott und Seehofer wissen warum dieser Mann noch seinen Posten hat.
sapereaude! 18.08.2014
5. Wenn der Terrorismus nicht mehr zieht ...
Zitat von sysopDPAAn die 2700 Falschfahrermeldungen gibt es pro Jahr, bei Unfällen mit dem unerwarteten Gegenverkehr kommen zwanzig Menschen um. Mit einem elektronischen Warnsystem will Verkehrsminister Dobrindt diese Unglücke nun verhindern. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/aktion-gegen-falschfahrer-dobrindt-plant-elektronische-ueberwachung-a-986623.html
... müssen andere Ängste herhalten. Irgendwie muss man die sich immer mehr ausweitende Überwachung der Bevölkerung ja rechtfertigen. Wie will er denn mit dieser abstrusen Idee Sympathiepunkte sammeln?
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