Alternative Antriebe BMW stellt Wasserstoff-Testflotte ein

BMW stellt seinen Feldversuch mit wasserstoffbetriebenen Luxuslimousinen vorerst ein. Damit folgen die Münchener dem Beispiel von VW. Experten halten den Verzicht für riskant - eine Reihe anderer Hersteller hatte erst kürzlich eine neue Hydrogen-Offensive gestartet.

Der ist Geschichte: Auf der Los Angeles Auto Show 2006 präsentierte BMW den Hydrogen 7. Jetzt beenden die Münchner den Feldversuch mit Wasserstoff betriebenen Luxuslimousinen.
DPA

Der ist Geschichte: Auf der Los Angeles Auto Show 2006 präsentierte BMW den Hydrogen 7. Jetzt beenden die Münchner den Feldversuch mit Wasserstoff betriebenen Luxuslimousinen.


München - Die Autos galten zumindest imagemäßig als Erfolg - der frühere Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee etwa ließ sich gerne öffentlichkeitswirksam im Hydrogen-BMW vorfahren. Damit ist jetzt Schluss. Ausgerechnet zum Start des Kopenhagener Klimagipfels verkündet der Konzern das Aus für die Modellreihe.

"Es wird vorerst keine neue Wasserstoff-Testflotte geben", sagte BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Draeger dem "Handelsblatt" (Montag). Damit folgt BMW Chart zeigen dem Autobauer Volkswagen Chart zeigen. Der Wolfsburger Autokonzern hatte sich als erster deutscher Hersteller sowohl gegen die Wasserstoffverbrennung als auch gegen die Brennstoffzellentechnik entschieden.

Die Technologie sei ungeeignet für den Großeinsatz. Experten halten das der Zeitung zufolge aber für eine riskante Strategie. Seit Jahrzehnten forschen Autohersteller an der Wasserstofftechnik, die eine Alternative zum Verbrennungsmotor werden soll. Während Daimler Wasserstoff mit Brennstoffzellen in Strom umwandelt, verbrennt BMW das Gas in herkömmlichen Motoren. Bislang gibt es aber nicht mehr als Testflotten und eine Hand voll Tankstellen.

Der Konkurrent Daimler Chart zeigen hält trotz der Skepsis der Konkurrenten an seiner Brennstoffzellentechnik fest. "Das ist gut für die Umwelt und die Menschen. Genau darum wollen wir diese Technologie so schnell wie möglich zur Marktreife bringen", sagt Unternehmenschef Dieter Zetsche. Auch der Linde-Chef Wolfgang Reitzle will den Wasserstoff- Antrieb noch nicht abschreiben. "Die Wasserstofftechnologie stand noch nie so kurz vor dem Durchbruch wie heute", sagte er der Zeitung.

Linde Chart zeigen ist nach eigenen Angaben der weltweit führenden Wasserstoff-Lieferant. Daimler und Linde haben mit den Mineralölkonzernen Shell und OMV eine Absichtserklärung für den Bau eines flächendeckenden Tankstellennetzes unterschrieben. Daimler will zunächst eine Kleinserie von B-Klasse-Modellen produzieren und spätestens 2015 eine Großserie auf den Markt bringen.

hil/dpa-afx



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