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Ampelmännchen-Streit: Das sind die witzigsten Figuren

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Streit in Dortmund Politiker fordern Frauenquote für Fußgängerampeln

Ein "Antrag zur Realisierung von Ampelfrauen"? Klingt gaga, ist aber wahr. In Dortmund setzen Grüne und SPD auf die Quotenfrau - an Fußgängerampeln.

Mannomann! In der westlichen Innenstadt von Dortmund wollen Politiker von SPD und Grünen den Ampelmann zurückdrängen. Sie fordern eine Frauenquote für Ampelfiguren - natürlich kostenneutral.

Überall, wo die Herren nicht mehr leuchten können - sei es aus Altersschwäche oder wegen unerwarteter Defekte, sollen Ampelfrauen an ihre Stelle treten. Auf Antrag der beiden Parteien prüft die Stadtverwaltung jetzt, ob 50 Prozent Ampelfrauen möglich sind.

Zur Begründung heißt es in dem Antrag: "Durch die Gleichstellung von Frau und Mann ist eine teilweise Umrüstung von Ampelmännchen zu 'Ampelfrauen' folgerichtig."

Ampelfrauen bieten mehr Sicherheit - dank Rock

Die Politiker argumentieren dabei auch mit der Sicherheit. Da die Ampelfrau Rock trage, sei auch die Leuchtfläche größer. Damit sei eine Ampelfrau auffälliger als ein Ampelmann - und so das sicherere Verkehrszeichen. Ob die Ampelfrau auch Hose tragen darf oder kurze Haare, wurde in der Diskussion nicht thematisiert.

Kritiker des Antrags befürchten hohe Kosten durch den Austausch der Ampelfiguren. Doch der Antrag von SPD und Grünen, die im Stadtteilparlament über eine Mehrheit verfügen, sieht vor, dass geprüft wird, ob dies kostenneutral erfolgen kann.

"Im Prinzip ist es doch unerheblich, ob Männchen oder Frauchen an den Ampeln den Weg weisen", sagt Anne-Renate Eberle, Fraktionsvorsitzende von "Die Linke" in der dortigen Bezirksvertretung. Eine neutrale Ampel wäre am günstigsten. "Warum nicht gleich eine geschlechtsneutrale Alternative?"

Die größte Vielfalt an Ampelfiguren hat Erfurt

SPD und Grüne hatten ihren "Antrag zur Realisierung von Ampelfrauen" Ende Oktober an die Verwaltung weitergeleitet. Die Stadtverwaltung muss jetzt prüfen, ob die Idee umsetzbar ist. Gleichzeitig wird sie beauftragt, nach moderneren Alternativen zu den DDR-Ampelfrauen zu suchen.

Dortmund wäre nicht die erste Stadt, in der es um mehr Gleichberechtigung bei Ampelfiguren geht. Einen ähnlichen Vorstoß unternahm im Sommer die SPD in Berlin-Mitte . In anderen deutschen Städten sind bereits schon heute zahlreiche Ampelfrauen im Dienst, beispielsweise in Bremen, Zwickau, Dresden und Magdeburg.

Vor allem das Ampelmännchen aus der ehemaligen DDR ist mittlerweile Kult. Aus seiner Form ist 2004 die weibliche Variante entstanden. Vermutlich die größte Vielfalt an Ampelfiguren in Deutschland hat derzeit Erfurt . Hier gibt es auch Ampelmänner, die als Bäcker auftreten, einen Regenschirm tragen oder Eis essen.

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