Römer als Ampelmännchen Spinnen die?

Köln lässt Homo-Paare leuchten, Augsburg Puppen, Bergkamen bald Römer: Städte wollen sich mit mehr oder weniger originellen Ampelmännchen profilieren. Dumm stellte sich Wesel mit einer Esel-Ampel an. Die Übersicht.

Stadt Bergkamen/ DPA

In Bergkamen könnten künftig Bergmänner und Römer Fußgängerampeln zieren. Fünf Ampeln mit Bergmannmotiv und eine Ampel mit einem Römerbild sollen voraussichtlich noch vor Mitte Juli in der Ruhrgebietsstadt aufgestellt werden, sagte der örtliche SPD-Fraktionschef Bernd Schäfer.

Der Römer mit Helm, Schild und Lanze wäre ein bundesweites Novum. Einen "Kumpel" als Ampelmännchen gebe es dagegen etwa in Duisburg bereits, heißt es - am Donnerstagabend stimmt der Bergkamener Stadtrat über die Motive ab. Die Zustimmung gilt als sicher.

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Römer, Lesben, Puppen: Diese Ampelmännchen leuchten in deutschen Städten

Der Bergbau habe Bergkamen geprägt, sagte Schäfer. Und einst habe sich dort ein gewaltiges römisches Außenlager befunden. Beide geplanten Ampelmotive symbolisierten "Heimatnähe und Identifikation mit der Stadt und ihrer Geschichte".

Städte setzen zunehmend auf originelle Ampelmännchen, um ihre Bekanntheit zu steigern. Meist werden einzelne Exemplare an zentralen Orten im Stadtbild installiert. In Mainz, wo das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) seine Zentrale hat, gibt es eine Mainzelmännchen-Ampel. Augsburg - Heimat des berühmten Puppentheaters - ließ eine Kasperle-Ampel aufbauen.

Esel in Wesel

Nicht immer handelt es sich um reine PR-Gags. So haben Städte wie Köln, Hamburg, Wien und Flensburg eine politische Botschaft mit ihren homosexuellen Ampelmännchen und -weibchen verknüpft. Die Symbole sollen den Kampf von Lesben und Schwulen für Gleichberechtigung würdigen.

Etwas dumm stellten sich passenderweise die Verantwortlichen in Wesel an, als sie eine Ampel mit Eseln errichten wollte. Der ist das Symboltier der Stadt. Doch die Bezirksregierung intervenierte. Lichtzeichen mit vier Beinen seien nicht sicher. Deshalb dürfen die Ampeln nur zusätzlich neben bisher bestehenden Anlagen aufgebaut werden. Die Kosten für die missglückte Aktion übernimmt immerhin ein Spender.

Im Video: Ampelfrau statt Ampelmännchen (SPIEGEL TV 2014)

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nis/dpa



insgesamt 21 Beiträge
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humble_opinion 11.04.2019
1. Möglichkeiten ausschöpfen!
Kann man machen, klar. Konsequenter und nutzbringender wäre es natürlich, diese - sogar zeitweise beleuchteten! - Flächen als Werbetafeln zu verpachten. Zwar bieten auch andere Medien sehr innovative Platzierungen für Produktinformationen an - nach 45 Minuten in der Warteschleife meines Kommunikationsdienstleisters unterschreibe ich alles - aber insgesamt gibt es noch viel Raum für innovative Marketingideen. Beispiel Parteienwerbung, die sich geradezu anbietet: rot für die Linke, grün für die Grünen und gelb für die FDP. Da können die Mainzelmännchen nur ein Beginn sein - es gilt für die Gemeinden natürlich, finanzkräftige Werbepartner zu akquirieren. Ronald McDonald oder die M & M-Männchen (alle Farben - ideal!) zeigen in die richtige Entwicklungsrichtung. Und schwupps wären sämtliche Finanzprobleme der Städte und Gemeinden gelöst. Den Bedenkenträgern ist leicht entgegenzutreten, indem man auch Ampelflächen für Kulturgüter ins Angebot integriert, so hoffe ich persönlich auf die Wiederauferstehung der Ikonen meiner Kindheit, z.B. Lurchi oder das HB-Männchen. Vorsicht ist allerdings beim Sarotti-Mohren geboten, siehe die aktuellen Diskussionen dazu, also aufpassen! Alles in Allem also die Win-Win-Situation schlechthin. Städte und Gemeinden finanziell saniert, Straßen und Plätze werden kreativ illuminiert und bieten viele Anreize für Städtereisen und Urlaube und der Konsument profitiert von den zahlreichen zusätzlichen Produktinformationen.
quark2@mailinator.com 11.04.2019
2.
OK, bisher waren für mich die DDR-Ampelmännchen die schönsten, aber diese Legionäre haben echt was. Das kann man so lassen :-).
velbart 11.04.2019
3. Das Symbol
ist doch gar nicht so wichtig. Die Farbe zählt.
merkur08 11.04.2019
4. Bei dem Römerampelmännchen ist ein historischer Fehler
Einfache Legionäre mit Schild und Pilum trugen keinen Helmbusch. Ansonsten aber eine hübsche Idee. Mal schauen wann Berlin sein heimliches Wappentier, nämlich den Pleitegeier als Ampelmotiv zeigt. Das Thema könnte man noch weiter ausreizen. An der der Strasse zum Verteidigungsministerium ein Panzer ohne Ketten, Beim Finanzministerium ein Sack voll Geld. Bei der Parteizentrale der Linken eine Mauer, bei den Grünen kleine Kinder, etc, etc.
MPS 11.04.2019
5. Ohhh, darüber forieren ... gerne
Rot stehen, grün gehen. Darüber hinaus ist es doch sehr charmant.
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