Pläne des Verkehrsministeriums Scheuer will Radverkehr mit 900 Millionen Euro stärken

Das Bundesverkehrsministerium will verstärkt in den Radverkehr investieren - bis 2023 rund 1,4 Milliarden Euro. In den Autoverkehr soll jedoch doppelt so viel Geld fließen.

Mehr Geld für Radwege: Das Bundesverkehrsministerium will 1,4 Milliarden Euro in den Radverkehr investieren
Christian Charisius/ DPA

Mehr Geld für Radwege: Das Bundesverkehrsministerium will 1,4 Milliarden Euro in den Radverkehr investieren


Verkehrsminister Andreas Scheuer hat angekündigt, bis 2023 rund 900 Millionen Euro zusätzlich für den Radverkehr in Deutschland auszugeben. Dem Verkehrsministerium stünden nach den Plänen der Bundesregierung insgesamt rund sechs Milliarden Euro mehr für den Klimaschutz zur Verfügung, sagte der CSU-Politiker. Zuvor hatte das Kabinett die Finanzpläne beschlossen. Schwerpunkte sollten Radverkehr, die Bahn und die Förderung klimafreundlicher Antriebe und Kraftstoffe sein. Insgesamt sollen nun bis 2023 rund 1,4 Milliarden Euro in den Radverkehr fließen.

"Wir werden erstmals auch Infrastrukturprojekte der Länder und Kommunen vor Ort fördern", sagte Scheuer. Ziel sei, den Straßenraum gerechter aufzuteilen und mehr Platz für das Rad zu schaffen. Noch in diesem Jahr sollten dafür Sonderprogramme auf den Weg gebracht werden. "Wir arbeiten an besseren Radwegen auch für Lastenräder sowie Fahrradparkhäusern an Bahnhöfen."

Drei Milliarden Euro für CO2-freie Antriebe

Auch Fahrradbrücken oder -tunnel sowie der Ausbau von Fahrradstraßen sollen gefördert werden. Änderungen der Straßenverkehrsordnung, die Radfahrern mehr Platz und Sicherheit geben sollen, sind bereits in die Wege geleitet.

Die Eckpunkte des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung sehen außerdem vor, dass der Bund mehr Geld in die Bahn und den öffentlichen Nahverkehr steckt sowie die Umrüstung von Busflotten auf den Betrieb mit Batterien, Wasserstoff oder Biogas stärker fördert. Ein Mehrwertsteuerrabatt auf Tickets im Bahn-Fernverkehr soll diese günstiger machen.

"Über drei Milliarden Euro werden wir in die Tank- und Ladeinfrastruktur für Pkw und Lkw mit CO2-freien Antrieben investieren", kündigte Scheuer an. Zur Koordination werde eine Nationale Leitstelle in seinem Ministerium eingerichtet. Noch 2019 soll ein "Masterplan" vorliegen. Nutzfahrzeuge mit alternativen Antrieben sollen über eine Kaufprämie gefördert werden, für die das Ministerium eine Milliarde Euro bereitstellen will.

ene/dpa



insgesamt 109 Beiträge
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birdseedmusic 02.10.2019
1. man wird ja bescheiden
Ich freu mich über jeden zusätzlichen Almosen, der in die marode Fahradinfrastruktur gesteckt wird. Auf meinem Arbeitsweg wurde neulich die Straßendecke auf 3 km aufwändig saniert, der dazugehörige Fahrradstreifen aber nicht, obwohl dort einzelne Pflastersteine mehrere cm herausragen. Man wünscht sich förmlich, dass es eines Tages einen zuständiger Verkehrsplaner nach dem Oktoberfest mit dem Fahrrad auf besagten Streifen verschlägt . Tagsüber sind die Herren offensichtlich in einer gut gefederten Dienst-Limousine unterwegs.
carlinhos 02.10.2019
2. Bessere Regen- und Winterkleidung
Ich schlage vor, dass ein Teil der 900 Millionen direkt an die Fahrradfahrer weitergeleitet wird, damit sie sich anständige Regen- und Winterkleidung kaufen können. Ich beobachte in Berlin, dass die meisten Fahrradfahrer von den Straßen verschwinden, sobald der Herbst mit Wind und Regen kommt. Die breiten grünen Fahrradwege sind dann leer. Noch weniger fahren im Winter, obwohl das durchaus möglich ist mit entsprechender Kleidung, z.B. Skijacke, Skihandschuhen und Skibrille. Sieht halt etwas sportlicher aus...
holzghetto 02.10.2019
3. man will mehr?
warum wird das nicht schon in den bereits vorhandenen Kosten eingerechnet? Hier in Hannover auf der Hamburger Strasse ist zwischen Hagenstrasse und Cellerstrasse (500m) der Radweg seit Jahresanfang gesperrt, warum auch immer. Die Sperrbaken stehen sich die Beine in den Bauch und seitdem ist nix passiert. Es wurde nur ein Fahrradverbotsschild auf dem 5m breiten Fussweg aufgestellt. Super. Wann wird dort endlich angefangen zu arbeiten?
holzghetto 02.10.2019
4. @ carlinhos
welch sinnfreier Kommentar. Es gibt viele Radler die es sich nicht leisten können oder wollem mit KFZ oder anderen Mitteln unterwegs zu sein. Selbst ich bin gerne im Winter, selbst bei Schnee mit dem Rad unterwegs. Das Problem leider: Die Strasse wird gekehrt wenn Schnee liegt auf der Bundesstrasse, der Radweg aber nicht. Also muss ich die Strasse benutzen weil ich sonst keine Möglichkeit habe. Bei 20-30cm Schnee ist das nahezu unmöglich!
freigeistiger 02.10.2019
5. Radfahrer und Fußgänger sind Straßenverkehr
Zitat von birdseedmusicIch freu mich über jeden zusätzlichen Almosen, der in die marode Fahradinfrastruktur gesteckt wird. Auf meinem Arbeitsweg wurde neulich die Straßendecke auf 3 km aufwändig saniert, der dazugehörige Fahrradstreifen aber nicht, obwohl dort einzelne Pflastersteine mehrere cm herausragen. Man wünscht sich förmlich, dass es eines Tages einen zuständiger Verkehrsplaner nach dem Oktoberfest mit dem Fahrrad auf besagten Streifen verschlägt . Tagsüber sind die Herren offensichtlich in einer gut gefederten Dienst-Limousine unterwegs.
Wollen Sie sagen, daß Gehweg und Radweg, bzw. Radspur nicht Straße sind? Das Radfaher und Fußgänger nicht Straßenverkehr sind? Das ist Diskriminierung und rechtswidrig, und damit falsch.
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