Parkplätze für Carsharing-Autos Minister Scheuers Schilderstreich

Kommunen und Carsharing-Firmen warten seit Jahren auf ein spezielles Parkplatzschild für Leihfahrzeuge. Jetzt haben Beamte des Verkehrsministeriums tatsächlich einen Entwurf gestaltet - der für Spott sorgt.

Verkehrszeichen zum Carsharing
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Verkehrszeichen zum Carsharing

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Sie gelten als Schlüsselelement für die Verkehrswende in Städten: Carsharing-Autos, die Bürger einfach per App buchen, öffnen und bezahlen können. Weg mit dem eigenen Auto, rein ins Teilfahrzeug - so sollen die Innenstädte von den Blechlawinen befreit werden. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) ist ein großer Fan dieser Angebote. Schon vor eineinhalb Jahren schrieb sein Haus ein Carsharing-Gesetz, damit die Fahrzeuge auch gesonderte Parkplätze ausgewiesen bekommen können.

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Doch nun heißt es erst einmal warten statt parken. Denn obwohl die Branche boomt, fehlt das nötige Parkschild in der Straßenverkehrsordnung. Dabei warten die Anbieter des Services händeringend darauf: In einem Brief an Scheuer warnt der Bundesverband Carsharing, dass die Kommunen den Start neuer Projekte für gemeinschaftlich genutzte Autos aussetzen würden, weil sie "auf die Veröffentlichung des bereits vor langer Zeit angekündigten amtlichen Verkehrszeichens warten".

Doch offenbar bremsen ausnahmsweise mal nicht rechtliche oder sonstwie regulatorische Faktoren das Projekt, sondern künstlerische. Das Schild zumindest, dessen Entwurf aktuell im Umlauf ist, wirkt wie seine eigene Karikatur: Das Piktogramm des Ministeriums zeigt vier menschliche Silhouetten und ein Auto, das in der Mitte durchgeschnitten ist - ganz als handele sich hier um einen Nothalteplatz für kaputte Pkw.

Die Grünen, von Scheuer als Verbotspartei geschmäht, ermahnen diesen, ein verständliches Piktogramm gestalten zu lassen. "Verkehrsminister Scheuer redet viel über die Zukunft der Mobilität. Wenn Maßnahmen anstehen, wird es dann aber sehr ruhig", sagt Grünen-Verkehrsexperte Oliver Krischer.

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insgesamt 37 Beiträge
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Seite 1
jsavdf 23.03.2019
1. So schlimm finde ich es nicht
Es muss ein Piktogramm sein, und dafür finde ich es gar nicht so schlecht. Ich würde es noch Blau einfärben. So wirklich Spott kann ich der Aussage des Grünen nicht entnehmen. Am Ende ist es eine Lernsache. Jeder weiß was ein Spielstraßenschild ist. Ich denke die meisten haben es gelernt und sich nicht hergeleitet aus dem Piktogramm.
enfield 23.03.2019
2. Hmm...
Wo is‘n das Problem? Geteiltes Auto - unterschiedliche Nutzer. Bisschen bemüht, vielleicht..aber Hauptsache nen eindeutiges Piktogramm für diesen Fall. Es erfordert doch keine inhaltliche intellktuelle Bewertung wenn durch Definition ohnehin keine Interpretation zulässig ist. Also ist das Ding jetzt fertig oder auf wessen Freigabe wartet das und wenn nicht, warum kann man es nicht einfach freigeben...und ab dafür...?
wolleb 23.03.2019
3.
Glaubt jemand, dass der unfähigste Lobbyist aller Zeiten irgendwas auf die Reihe kriegt?
Whow 23.03.2019
4. Auch Beamte können ironisch sein
Der Entwurf des Schildes soll doch nur darauf hinweisen dass Scheuer ein gespaltenes Verhältnis zu Fahrzeugen hat.
rosinenzuechterin 23.03.2019
5. Geht doch
Also ich war spontan erst mal davon beeindruckt, wie sinnbildlich einfach man Carsharing darstellen kann. Und das ist ja auch der Sinn eines Piktogramms. Hat die Dagegen-Fraktion denn überhaupt einen besseren Vorschlag?
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