Arbeitsbuch für Nachwuchskräfte Grundkurs für Autodesigner

Ein Auto entwerfen, das kann doch jeder. Genau so ist es. Damit jedoch die Eigenkreationen auch nach dem aussehen, was auf Straßen so fährt, gibt es in Kürze ein schöpferisches Arbeitsbuch für ambitionierte Autodesigner. Der programmatische Titel der Kladde: "I draw cars".

I DRAW CARS 2011

"Das einzige Limit ist die eigene Vorstellungskraft." Geradezu euphorisch klingt es, wenn Matt Marrocco und Adam Hubers über ihr Autodesigner-Arbeitsbuch "I draw cars" sprechen. Marrocco, Produktdesigner in der Elektroindustrie, und Hubers, Interieur-Designer beim US-Autohersteller Chrysler, wollen mit dem Kompendium Studenten, Designern, Hobby-Kreativen, Künstlern und Autofans ein "unentbehrliches Werkzeug" an die Hand geben. Der erste Entwurf enthält ein üppiges Glossar aller wichtigen Automarken, eine Auflistung aller weltweit relevanten Akademien für Autodesigner, die Daten und Fakten zu den wichtigsten Automessen und natürlich die Standardregeln und Faustformen über die Proportionen und sogenannten Packages von Automobilen.

Bis dahin wäre es ein Buch wie viele, voller Text und Theorie. Doch neben dem lexikalisch-aufzählenden Teil gibt es mehr als hundert Seiten mit Zeichenvorlagen und zum Teil unvollendeten Skizzen, die Raum zum Weiterscribbeln bieten. Es gehe vor allem darum, selbst den Stift in die Hand zu nehmen und damit anzufangen, einen eigenen Strich zu üben und zu entwickeln, sagen die Autoren. "Es gibt keinen Ersatz für das praktische Tun", lautete ihr Credo.

Damit wird gleichzeitig klar, an wen sich das Werk in erster Linie richtet: nämlich an Anfänger, die sich auf eine Bewerbung an einer Akademie vorbereiten und Hobbydesigner, die ihre Kunstfertigkeit ein wenig weiterentwickeln wollen.

Aber selbst für einen Grundkurs bietet "I draw Cars" ein bisschen wenig - die Autoren lassen die Arbeit mit Designprogrammen am Computer komplett außen vor. Studienbewerber, die auf den freien Seiten den feinen Strich mit dem Zeichenstift geübt haben, sind mit ihren Vorbereitungen also noch lange nicht am Ende. Denn die Fertigkeiten am PC gehören heutzutage zum Elementarwissen in diesem Geschäft.

Derzeit sammeln die beiden US-Amerikaner über die Webseite Vorbestellungen und auch gleich Geld ein, um die Idee auch umsetzen zu können. Aktuell sind bereits mehr als 22.000 Dollar an Spenden und Vorbestellungen zusammen gekommen. Ziel der Initiatoren war es, mindestens 10.000 Dollar aufzutreiben, um das Projekt zu starten und die Ideen auch tatsächlich in Buchform drucken zu lassen.

Am 2. Juli soll die erste Phase beendet sein. Danach wird das Buch gedruckt und weltweit ausgeliefert. Der exakte Preis des Buches steht noch nicht fest. Marrocco sagt, er werde bei ungefähr 20 Dollar liegen und die Auslieferungen würden wohl vor Beginn des Wintersemesters erfolgen. Derzeit ist die Kalkulation so, dass Interessenten mit einer Zusage von 25 Dollar das Buch automatisch vorbestellen. Als Dankeschön für die Frühbuchung erhält man obendrein auch noch einen Zeichenstift. Damit zumindest das analoge Handwerkszeug beisammen, um für das nächste Bewerbungsverfahren zu üben.



insgesamt 3 Beiträge
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guenter_w 15.06.2011
1. Aktueller Stand!
Offensichtlich sind die meisten aktuellen Autos nach diesem Heftchen verunstaltet. Einmal ansehen und der Job des Chefdesigners ist gesichert!
wakaba 15.06.2011
2. Angeblättert
Zitat von guenter_wOffensichtlich sind die meisten aktuellen Autos nach diesem Heftchen verunstaltet. Einmal ansehen und der Job des Chefdesigners ist gesichert!
Malen nach Zahlen für Schuhschachteln mit sinnlosen Sicken... Der Meister: http://www.autoevolution.com/news-image/marcello-gandini-a-magician-of-car-design-2249-3.html
cor 16.06.2011
3. Chefdesigner
Zitat von guenter_wOffensichtlich sind die meisten aktuellen Autos nach diesem Heftchen verunstaltet. Einmal ansehen und der Job des Chefdesigners ist gesichert!
Braucht man den Chefdesigner überhaupt noch? Mittlerweile sieht eh alles gleich aus (siehe Audi, BMW,...) und skalieren macht man eh besser am Rechner.
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