Arbeitsmarkt Auto-Branche muss bis zu 35.000 Stellen streichen

Dem Kfz-Gewerbe droht ein immenser Abbau von Arbeitsplätzen: Nach Schätzungen des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe fallen bis Ende 2008 bis zu 35.000 Stellen weg. Das Gewerbe rechnet mit gut 1000 Insolvenzen.


Hamburg - Steht die Autobranche vor dem Arbeitsplatz-Inferno? Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) schlägt zumindest kräftig Alarm: Bis zum Jahresende dürften bei Händlern und Werkstätten rund 15.000 der insgesamt 500.000 Arbeitsplätze wegfallen, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Angaben des ZDK. Im kommenden Jahr könnten nach Verbandseinschätzung bis zu 20.000 weitere Stellen abgebaut werden.

Laut "Bild"-Zeitung wird es zu Betriebsschließungen in erheblichem Umfang kommen - vor allem die Zahl der Autohändler werde sich 2008 dezimieren. Der ZDK rechnet mit bis zu 1000 Insolvenzen. "Zwei Drittel der bundesweit 20.000 Händler schreiben rote Zahlen", sagte ZDK-Präsident Robert Rademacher der Zeitung.

Grund für die Arbeitsplatzkrise sei unter anderem der Umsatzeinbruch im deutschen Automarkt - die Branche verbuchte im November ein Umsatzminus von 13 Prozent. Dazu komme, dass neue Pkw-Modelle besser verarbeitet sind und seltener in die Werkstatt müssen, heißt es in dem Bericht weiter. Die steigenden Benzinpreise und die Erhöhung der Mehrwertsteuer zu Beginn des Jahres bremsten das Wachstum zusätzlich.

Der Absatz an Neuwagen wird in diesem Jahr um knapp neun Prozent auf 3,16 bis 3,17 Millionen Autos zurückgehen, schätzt der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann. Im kommenden Jahr, hoffen die Hersteller, könnten die Verkäufe wieder leicht steigen - auf mindestens 3,2 Millionen Autos. Voraussetzung dafür ist, dass die Arbeitslosigkeit weiter zurückgeht und die Einkommen steigen.

ssu/dpa-AFX



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