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25. November 2003, 17:01 Uhr

Audi A8 W12

Es wird eng für BMW

Mit dem neuen Zwölfzylinder-Modell des A8 stellt Audi jetzt seine stärkste und teuerste Limousine vor. Zugleich ist der Wagen das erste Serienauto mit dem lange angekündigten Riesen-Kühlergrill. Gar nicht gefallen wird das vor allem der Konkurrenz aus München.

Erstes Serienauto mit Riesen-Kühlergrill: Audi A8L 6.0 quattro

Erstes Serienauto mit Riesen-Kühlergrill: Audi A8L 6.0 quattro

Diesem A8 sieht man gleich an, dass unter der Haube etwas Besonderes stecken muss. Wer seine "Nase" so prominent trägt - in diesem Fall ist es der mächtige, von einer breiten Chromleiste einfasste Kühlergrill - der sollte schon etwas zu bieten haben. Hinter dem von Audi "Singleframe-Kühlergrill" genannten, riesigen Beatmungs-Trapez steckt ein Sechs-Liter-Zwölfzylinder, der 450 PS (331 kW) leistet, die Fuhre in 5,2 Sekunden von 0 auf 100 und in 17,4 Sekunden von 0 auf 200 km/h treibt. Bei Tempo 250 bremst dann die Elektronik den Vorwärtsdrang des allradgetriebenen Fahrzeugs.

Den Durchschnittsverbrauch gibt Audi mit 13,8 Liter je 100 Kilometer an. Das ist enorm, wird aber kaum einen Interessenten abschrecken, der grundsätzlich bereit ist, 117.000 Euro für ein Auto auszugeben. Das nämlich ist der Preise des Audi-Flaggschiffs, das vorerst nur in der langen Karosserieversion zu bestellen ist und dessen erste Exemplare im Februar nächsten Jahres ausgeliefert werden.

Neues Audi-Flaggschiff: Der A8 wird ab Januar ausgeliefert

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Der Zeitpunkt für die Präsentation des Zwölfzylinder-Audi hätte kaum günstiger gewählt werden können. Denn die Ingolstädter schöpfen ernsthaft Hoffnung, dass sie den bayerischen Rivalen in der Oberklasse erstmals übertrumpfen könnten. In der Neuzulassungs-Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes bis einschließlich Oktober dieses Jahres stehen die vier deutschen Rivalen im Segment der Luxuslimousinen folgendermaßen da: Die Mercedes S-Klasse führt (8677 Exemplare) vor BMW 7er (6329), Audi A8 (5792) und VW Phaeton (2615). Betrachtet man allein die Zulassungen im Oktober, so liegt der Mercedes (653) knapp vor dem Audi (638) und dieser bereits vor dem BMW (558). Ein Omen?

Die "Financial Times Deutschland" berichtete jetzt, dass in der BMW-Zentrale in München vor allem das Design für die in Deutschland enttäuschenden Absatzzahlen des Topmodells verantwortlich gemacht werde. "Auf persönlichen Wunsch von Vorstandschef Helmut Panke", so zitiert die Zeitung einen BMW-Insider, müsse Chefdesigner Chris Bangle die Karosserie des 7er-Modells überarbeiten. Offiziell wird dies von BMW nicht kommentiert.

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