Audi-TT-Unfälle Die Fahrer waren schuld

Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt hat alle Strafverfahren gegen Audi wegen tödlicher Unfälle mit dem Sportwagen TT eingestellt. Anders als die beteiligten Fahrer seien die Autobauer an den Unfällen unschuldig.


Ingolstadt - Man habe keine strafrechtliche Verantwortung des Audi-Konzerns für das Ausbrechen des Autos bei hoher Geschwindigkeit feststellen können, teilte der Leitende Oberstaatsanwalt Josef Grieser am Montag mit. Mehrere Gutachten hätten keine Hinweise auf Konstruktionsmängel ergeben. Für die Unfälle sei den Gutachten zufolge das Verhalten der Fahrer verantwortlich.

Eingestellt: Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt ermittelt wegen der TT-Unfälle nicht mehr gegen Audi

Eingestellt: Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt ermittelt wegen der TT-Unfälle nicht mehr gegen Audi

Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt geht davon aus, dass nach der Einstellung der acht Fälle aus ganz Deutschland bundesweit keine weiteren Strafverfahren mehr wegen Sicherheitsmängeln des Audi TT anhängig sind. Die Anklage bündelte die Verfahren am Produktionsstandort Ingolstadt.

Die Audi AG hatte nach Kritik am Fahrverhalten und Berichten über Unfälle mit dem TT die bereits ausgelieferten Modelle für eine Nachrüstung in die Werkstätten zurückgerufen. Sie wurden mit Stabilisatoren, Dämpfern und Spoilern ausgestattet. Zudem wurde den Kunden die kostenpflichtige Nachrüstung mit einem elektronischen Stabilitätsprogramm angeboten. Allerdings betonte Audi stets, dass es kein Sicherheitsproblem mit dem TT gebe.

Auf Grund von Gutachten sei davon auszugehen, dass der Wagen wegen des Fahrverhaltens des Lenkers und nicht wegen Konstruktionsmängeln instabil werde, teilte nun die Ingolstädter Staatsanwaltschaft mit. Die Sachverständigen der Staatsanwaltschaft hätten in Windkanal- und Schleuderversuchen den alten Audi TT mit der nachgerüsteten Variante und anderen Sportwagen verglichen, hieß es. Die Tests hätten ergeben, dass der Audi TT in seiner ursprünglichen Version erst bei einer abrupten Lenkbewegung mit gleichzeitigem Bremsen ins Schleudern komme.

Eine Analyse von Unfällen, an denen ein Audi TT beteiligt war, habe zudem ergeben, dass häufig unerfahrene Sportwagenfahrer mit sehr hoher Geschwindigkeit verunglückten, hieß es weiter. So habe die Hälfte der Unfälle sich bei einer Geschwindigkeit von mindestens 160 km/h ereignet. 47 Prozent der Fahrer hätten zuvor noch keinen Sportwagen gefahren.



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