Kreative Radarfalle Stadt Augsburg baut Lastenrad zu mobilem Blitzer um

Beamte der Augsburger Verkehrsüberwachung überführen Raser mit einem neuartigen Lastenrad-Blitzer. Hinter dem kreativen Eigenbau steckt aber keine Tücke der Beamten, sondern schlichte Notwendigkeit.

Beamten in Augsburg haben ein Lastenrad zu einem mobilen Blitzer umgebaut
Günter T. Oberhuber

Beamten in Augsburg haben ein Lastenrad zu einem mobilen Blitzer umgebaut

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Mobiler Blitzer der etwas anderen Art: Weil die Beamten der Augsburger Verkehrsüberwachung an vielen Engstellen und Baustellen keinen Platz mehr für ihre mobilen Blitzer fanden, wurden sie kreativ. Kurzerhand besorgten sie ein wendiges Lastenrad und montieren darauf ein Radarsystem.

"An vielen Engstellen der Stadt kommen wir mit unseren Fahrzeugen, in denen die mobilen Blitzer untergebracht sind, nicht mehr durch", erklärt Andreas Bleymaier, Amtsleiter des Verkehrsüberwachungs- und Ordnungsdiensts. Um das Problem zu lösen, kombinierten die Beamten ein Lastenrad und ein herkömmliches Radarsystem. "Der Rest ist Marke Eigenbau", erklärt Bleymaier. Der Blitzer wird am Straßenrand aufgestellt und anschließend von einem Beamten in Betrieb genommen. Der müsse während der Messung auch immer vor Ort sein.

Hinter dem Lastenrad steht der Blitzer auf einem Dreibein. In der grauen Kiste ist das restliche Radarsystem untergebracht
Günter T. Oberhuber

Hinter dem Lastenrad steht der Blitzer auf einem Dreibein. In der grauen Kiste ist das restliche Radarsystem untergebracht

"Nach einer zweiwöchigen Pilotphase im August überwacht die Stadt Augsburg seit Anfang November die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen auch unter Einsatz eines Lastenfahrrads", erklärt Bleymaier im besten Amtsdeutsch. Der Einsatz erfolge aber nur, wenn eine Gefahren- oder Engstelle eine Messung in einem Kraftfahrzeug nicht zulasse. Derzeit nutzen die Beamten das Gerät etwa zweimal pro Woche.

Die Verkehrsüberwachung verfügt nur über ein Exemplar des Blitz-Bikes, und dabei soll es auch bleiben. Ein Fahrrad, das Autos blitzt - das könnte den Dauerkonflikt zwischen Radlern und Autofahrern weiter schüren. Der Beamte Bleymaier versucht sich in Beschwichtigung: "Es geht nicht um Einnahmen. Das Fahrrad ist eine rein pragmatische Lösung, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen."

insgesamt 40 Beiträge
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Seite 1
Wer_auch_immer 14.11.2019
1. Es geht nicht um Einnahmen?
dann spendet die Einnahmen doch.
wielaberger 14.11.2019
2. In z. B.
Frankreich oder Österreich werden, da wo es angeblich gefährlich werden kann Schilder aufgestellt, Radar controlle. Mit dem Ergebnis das so gefahren wird wie gewollt. Hier kann ich beim besten Willen kaum irgendwo einen Sinn erkennen, es geht ausschließlich um Geld! Änderungen über Nacht werden schamlos ausgenutzt! Entsprechend Vermögende lächeln, andere verlieren von Heut auf morgen ihren Job! Allein schon die Bezeichnung "Falle" zeugt von Hinterlist und Bürgerfeindlichkeit! Noch dazu trägt diese schmierige Behördenverhalten mit Sicherheit zur verhassten Beziehung der Bürger zum Polizisten bei ! Ich bin weissgott kein "Raser" , werde aber dazu abgestempelt wenn ich in einer Nacht und Neben Aktion in einer plötzlich eingerichteten Tempo 30 Zone mit den den dort seit ewigkeiten geltenden 50 bei Nacht und üblem Regen gemessen werde. Keine Nachricht in der Zeitung, Ein Schild nur im Nachhinnein abseits zu finden, der Landkreis will GELD! Mir fehlt da jedes Verständnis! Wie das Ausland zeigt geht es auch anders und vor allem dauerhaft ebenso sinnvoll als auch zweckgebunden!
boetho11 14.11.2019
3. die Einnahmen kommen der Allgemeinheit zugute...
Zitat von Wer_auch_immerdann spendet die Einnahmen doch.
und die ist sicher Dankbar für jeden Euro den jemand auf diese Weise unfreiwillig "spendet". Noch dankbarer wären die meisten allerdings wenn sich Autofahrer einfach an die Verkehrsregeln halten würden.
dodgerone 14.11.2019
4.
Zitat von wielabergerFrankreich oder Österreich werden, da wo es angeblich gefährlich werden kann Schilder aufgestellt, Radar controlle. Mit dem Ergebnis das so gefahren wird wie gewollt. Hier kann ich beim besten Willen kaum irgendwo einen Sinn erkennen, es geht ausschließlich um Geld! Änderungen über Nacht werden schamlos ausgenutzt! Entsprechend Vermögende lächeln, andere verlieren von Heut auf morgen ihren Job! Allein schon die Bezeichnung "Falle" zeugt von Hinterlist und Bürgerfeindlichkeit! Noch dazu trägt diese schmierige Behördenverhalten mit Sicherheit zur verhassten Beziehung der Bürger zum Polizisten bei ! Ich bin weissgott kein "Raser" , werde aber dazu abgestempelt wenn ich in einer Nacht und Neben Aktion in einer plötzlich eingerichteten Tempo 30 Zone mit den den dort seit ewigkeiten geltenden 50 bei Nacht und üblem Regen gemessen werde. Keine Nachricht in der Zeitung, Ein Schild nur im Nachhinnein abseits zu finden, der Landkreis will GELD! Mir fehlt da jedes Verständnis! Wie das Ausland zeigt geht es auch anders und vor allem dauerhaft ebenso sinnvoll als auch zweckgebunden!
Sie können keine Verkehrsschilder lesen? Dann geben sie besser ihren Lappen ab. Unglaublich dieses weibische Rumgeheule von Menschen die meinen Regeln gelten immer nur für andere. Aber da landet man als Staat, wenn die Strafen so lasch sind...
Spottlive 14.11.2019
5. in Augsburg Alltag
Es gibt Landkreis da gibt's eine Mülltonne als Blitzer. Aber die Polizei in Augsburg stellt für ein Blitzer extra Verkehrsschilder auf eine normalen Bundesstraße auf. Nach 70, 50 und 30 km h Schild steht da ein Blitzer zur Verkehrserziehung.
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