Gerichtsurteil zu Dieselauto VW-Fahrer erhält erstmals vollen Kaufpreis zurück

Vor dem Landgericht Augsburg siegte ein Dieselfahrer gegen Volkswagen. Der Konzern muss seinen manipulierten Diesel zurücknehmen - und erstmals den vollen Kaufpreis zurückzahlen.
Die VW-Zentrale in Wolfsburg (Symbolbild)

Die VW-Zentrale in Wolfsburg (Symbolbild)

Foto: Julian Stratenschulte/ picture alliance / Julian Stratenschulte/dpa

29.907,66 Euro bekommt ein Dieselfahrer bei der Rückgabe seines manipulierten VW Golf TDI von Volkswagen - exakt den Betrag, den er vor sechs Jahren bezahlt hat, plus Zinsen. Das entschied das Landgericht Augsburg in einem Urteil. Der zuständige Richter ging von einem sittenwidrigen Verhalten  des Herstellers aus, denn der Konzern habe mit der Täuschung der Kunden durch die manipulierten Abgasgrenzwerte Umsatz und Gewinn erzielen wollen.

Bisher hatten Gerichte, die im Sinne der Kläger entschieden, immer einen sogenannten Nutzungsausgleich vom Kaufpreis abgezogen. Diese Summe richtet sich nach der Zahl der gefahrenen Kilometer. Volkswagen kann gegen das Urteil allerdings Berufung einlegen.

Vor wenigen Wochen war erstmals Porsche von einem Gericht zur Rücknahme eines manipulierten Dieselautos verpflichtet worden. Die Klägerin soll nun von Porsche 59.000 Euro und Zinsen erhalten; diese Summe entspricht dem Kaufpreis abzüglich des Nutzungsausgleichs für den Gebrauch des Autos.

ene
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