Auto Picaro DaimlerChrysler gewinnt Streit gegen Picasso-Familie

DaimlerChrysler darf ein künftiges Modell auf den Namen "Picaro" taufen. Die Richter des Europäische Gerichtshof wiesen die Klage der Picasso-Familie zurück: Trotz Ähnlichkeit drohe keine Verwechslung der Namen.


Luxemburg - DaimlerChrysler hat den jahrelangen Streit um den Markennamen in oberster Instanz des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in Luxemburg gewonnen. Die Erben von Pablo Picasso hatten den Namen ihres berühmten Vorfahren bereits an den französischen Autohersteller Citroën vergeben, der einen Minivan nach dem Maler benannte. 1998 meldete DaimlerChrysler beim europäischen Markenamt im spanischen Alicante das Wort "Picaro" ebenfalls für Autos an. Trotz des Widerspruchs der Picasso-Erben trug die Behörde die neue Marke ein.

Der EuGH entschied jetzt, dass "Picaro" und Picasso zwar ähnlich klängen, aber nicht so ähnlich, dass eine Verwechslung drohe. Das gelte allemal für Autos, die von den Kunden erst nach eingehender Prüfung gekauft würden. Weil Picasso keinen besonderen Bezug zu Autos habe, sei der Name des Malers als Automarke auch nicht besonders schützenswert. Der EuGH bestätigte damit ein Urteil des Europäischen Gerichts Erster Instanz vom Juni 2004 und folgte mit seinem Urteil auch seinem Generalanwalt Damaso Ruiz-Jarabo Colomer.

Der Generalanwalt hatte im September vergangenen Jahres empfohlen, die Klage der Picasso-Erbengemeinschaft abzulehnen. Dabei hatte dieser sein Missfallen deutlich kundgetan. "Es ist traurig, festzustellen, dass die außergewöhnlichste, mythische Figur des 20. Jahrhunderts, ein Teil des gemeinsames Erbes der Menschheit, zu einer Handelsware reduziert wurde", so Ruiz-Jarabo Colomer in seiner schriftlichen Stellungnahme.



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.