Autobahn Kassel-Eisenach Umweltschützer scheitern mit A44-Blockade

Eine der letzten Ost-West-Lücken im deutschen Autobahnnetz kann geschlossen werden: Das Bundesverwaltungsgericht hat den Bau eines 64-Kilometer-Teilstücks der A44 erlaubt. Umweltschützer hatten das Projekt jahrelang blockiert.


Leipzig/Kassel - Die Autobahn 44 (Kassel-Herleshausen) kann weitergebaut werden. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gab am Mittwoch grünes Licht für den Lückenschluss zwischen West- und Ostdeutschland. Damit unterlag der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in dem jahrelangem Rechtsstreit gegen das Land Hessen.

Die Leipziger Richter wiesen die Klage der Umweltschützer als unbegründet ab. Die geänderte Planung des Landes Hessen für die Trasse entspräche den deutschen und europäischen Anforderungen zum Artenschutz. Das Gericht beanstandete lediglich eine Regelung zur Bewirtschaftung ökologisch wertvoller Wiesen.

Der Anwalt Hessens, Bernhard Stüer, begrüßte das Urteil. "Es ist ein Beleg für einen sachgerechten Interessensausgleich von Ökologie und Ökonomie", sagte er. Das Gericht habe Augenmaß bewiesen.

Der BUND reagierte enttäuscht auf das Urteil. "Für uns ist das bitter", sagte Naturschutzreferent Thomas Norgall nach der Urteilsverkündung in Leipzig. Es sei bedauerlich, dass das Gericht die jüngsten Änderungen Hessens an dem Projekt parallel zur Verhandlung akzeptiert habe.

Der BUND könne aber für sich in Anspruch nehmen, dass durch seine Klage weitere Maßnahmen zum Schutz der Natur getroffen würden. "Wenn die Landesregierung das Naturschutzrecht künftig beachtet und uns weitere Klagen erspart bleiben, haben wir eine Menge erreicht", sagte Norgall.

hil/dpa



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