Autobahn-Vignette Wirtschaftsminister lässt Pkw-Maut prüfen

Linke Tasche, rechte Tasche: Bundeswirtschaftsminister Glos erwägt einem Zeitungsbericht zufolge, die Spritsteuer zu senken. Um Einnahmeausfälle für den Fiskus zu verhindern, soll jedoch gleichzeitig eine Pkw-Maut eingeführt werden.


Passau - Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) lässt einem Pressebericht zufolge die Folgen einer Steuersenkung auf Sprit prüfen. Eine im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellte Studie komme zu dem Ergebnis, dass die Steuern auf Benzin und Diesel bundesweit gesenkt und die Steuerausfälle durch die Einführung einer Autobahn-Vignette für Pkw teilweise kompensiert werden könnten, berichtet die "Passauer Neue Presse" am Donnerstag. Diese Vignette müssten auch Autofahrer aus dem Ausland kaufen.

Das Institut für angewandte Verkehrs- und Tourismusforschung in Mannheim untersuchte dem Bericht zufolge die Folgen des Tanktourismus bei einer Steuersenkung: Bei günstigeren Spritpreisen würden außer mehr inländischen auch ausländische Autofahrer in Deutschland tanken. Diese würden damit in Deutschland Steuern entrichten statt in ihren Herkunftsländern. Zur weiteren Kompensation von Steuerausfällen schlagen die Autoren der Studie eine Pkw-Vignette für Autobahnen vor - etwa eine für 100 Euro im Jahr oder eine für 10,50 Euro für zehn Tage.

Der Tanktourismus sorgt laut der Studie jährlich für Steuerausfälle von 4,2 Milliarden Euro, wie die "Passauer Neue Presse" weiter berichtete. Hinzu kämen Steuerausfälle in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro, weil die deutschen Autofahrer im Ausland auch noch einkaufen.

hil/AFP



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