20 Cent pro Toilettengang Autohöfe zahlen Pinkelprämie

Wer in diesem Sommer auf einem Autohof Rast macht und dort die Toilette benutzt, zahlt 50 Cent und bekommt dafür einen Gutschein über 70 Cent zurück. Hinter der Aktion mit den geschenkten 20 Cent steckt ein harter Konkurrenzkampf mit den Raststätten.
Zugangsautomat an einer Raststätten-Toilette: 35 Autohöfe bieten eine Prämie

Zugangsautomat an einer Raststätten-Toilette: 35 Autohöfe bieten eine Prämie

Foto: Oliver Berg/ dpa

Regensburg - Blase leeren und Geldbeutel füllen: Autohöfe zahlen ihrer Kundschaft bald eine sogenannte Pinkelprämie. "Zur Sommerreisezeit 2013 wird die Pinkelgebühr von 50 Cent mit 70 Cent rückvergütet", teilte der Branchenverband der VEDA (Vereinigung deutscher Autohöfe) am Dienstag mit. Wer auf die Toilette eines Autohofes geht, bekommt dafür künftig also 20 Cent zurück. Im Sommer soll das vom 19. Juni bis zum 11. September bei 35 Autohöfen  gelten.

In bar gibt es die Pinkelprämie aber nicht. Wer in einem Autohof auf die Toilette geht und dafür 50 Cent bezahlt, bekommt einen Wertbon von 70 Cent, den er nur in einem Autohof einlösen kann. Um einem sprichwörtlichen Beschiss vorzubeugen, dürfen pro Person höchstens zwei Bons eingelöst werden. Bereichern kann man sich an den Autohof-Klos also nicht. "Wenn ein Elternteil mit zwei Kindern und vier Bons ankommt, drücken wir aber bestimmt ein Auge zu", sagte VEDA- Geschäftsführer Herbert Quabach.

Bei vielen Raststätten läuft es umgekehrt

Mit der Pinkelprämie wollen Autohöfe vor allem den Raststätten Kunden abjagen. Denn im Gegensatz zu Raststätten, die direkt an der Autobahn liegen, sind Autohöfe die Anlaufstellen, für die Reisende kurz von der Autobahn abfahren müssen.

Der Automobilclub ADAC hatte in seinem Rastanlagentest vor kurzem erneut kritisiert, dass die Toilettennutzung an deutschen Raststätten - anders als an Autohöfen - auch beim Einkauf im Shop oder im Restaurant noch 20 Cent kostet. Dort zahlen Reisende, die aufs Klo müssen, 70 Cent und bekommen einen Bon im Wert von 50 Cent zurück. Der Raststättenbetreiber Tank & Rast wies die Kritik mit der Begründung zurück, das zusätzliche Entgelt von 20 Cent fließe zurück in die Qualitätssicherung.

cst/dpa