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05. August 2017, 07:58 Uhr

Autokartell

Hersteller stimmten zweifelhafte AdBlue-Dosierung ab

Von und

Die großen deutschen Autohersteller haben sich nach SPIEGEL-Informationen abgestimmt, wie die US-Behörden bei der Dosierung von AdBlue getäuscht werden könnten. Bosch lieferte die umstrittene Software.

Die großen deutschen Autobauer haben sich ab dem Jahr 2006 mit Bosch detailliert über die Einführung einer neuen Softwarefunktion zur AdBlue-Dosierung abgestimmt. Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, geht das aus dem Zusatz zu der Selbstanzeige des VW-Konzerns hervor, den das Unternehmen vor gut zwei Wochen beim Bundeskartellamt in Bonn und bei den Wettbewerbsbehörden in Brüssel eingereicht hat. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Danach sollte die von Bosch gelieferte Basissoftware für die Motorsteuerung um zwei Modi ergänzt werden:

In der Mail eines VW-Mitarbeiters heißt es: Die Dosierfunktion bewege sich in "rechtlichen Grauzonen". Welcher Hersteller die Funktion in den Folgejahren wie genau nutze geht aus den Kartellamtsunterlagen nicht hervor.

Wie der SPIEGEL weiter berichtet, richteten sich die Bemühungen der Manager darauf, die US-Umweltbehörden CARB und EPA über den wahren Hintergrund der Einführung der Softwarefunktion zu täuschen. "Keiner will die wahre Motivation den Behörden (CARB, EPA) berichten", heißt es in einer VW-Mail.

BMW teilte auf Anfrage mit, dass der Begriff Online-Funktion nicht mit einer unzulässigen Reduzierung oder gesetzeswidrigem Verhalten gleichzusetzen sei. Eine unzulässige Umschaltung zwischen Test- und Realbetrieb habe es bei BMW nicht gegeben. Daimler, VW und Bosch wollten sich wegen laufender Verfahren nicht zu den Papieren äußern.

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