Autos zum Anhimmeln Die zehn schönsten Studien aus Genf

Wo das größte Gedränge herrscht beim Autosalon in Genf, da stehen auch die tollsten Autos. Leider bilden sich die dicksten Trauben aus Messebesuchern selten um Modelle, die in Kürze auf die Straßen kommen, sondern um Studien, aus denen womöglich nie ein Serienauto wird.

Jürgen Pander

Von Jürgen Pander


In Zweierreihe drängen sich die Messebesucher um das gläserne Rondell, in dessen Mitte der Alfa Romeo 4C Concept steht, vor der Bühne, auf der das Elektroauto Nissan Esflow rotiert geht es ebenfalls zu wie im Stadtbus zur Rushhour. Und auch der VW Bulli, eine Kompaktvanstudie, die sich mit dem Namen des Kultbusses schmückt, sonst aber rein gar nichts mit dem Heckmotor-Klassiker (den VW-Modellen T1 bis T3) zu tun hat, ist dicht umlagert und gehört wohl zu den am meisten fotografierten Autos der Messe in Genf. Es ist das übliche Szenario einer Autoshow: Die Serienmodelle, die in Kürze von den Kunden gekauft werden und den Herstellern Geld in die Kassen spülen sollen, bleiben meist links liegen. Anziehend wirken vor allem jene vorerst unerreichbaren Autos, die nicht mehr sind als vage Zukunftsversprechen.

Dabei gibt es auch innerhalb der Konzeptautos oder Studien unterschiedliche Kategorien. Einige sind tatsächlich Phantasien ihrer Schöpfer mit dem einzigen Ziel, Aufmerksamkeit beim Publikum zu erregen. In diese Sparte zählen in diesem Jahr in Genf das sehr eigenständig und fast schon snobistisch gestaltete Saab-Coupé Phönix, der riesenhafte Citroën Metropolis oder der zackig-elegante Elektro-Sportwagen Nissan Esflow.

Sodann werden Studien ins Rampenlicht gerückt, um erste Reaktionen der potenziellen Kundschaft auf bestimmte Elemente zu testen. Am Zuspruch für den Guigiaro Tex etwa könnte man vielleicht ablesen, ob für VW ein Coupé in der Polo-Baureihe lukrativ wäre. Der Infiniti Ethernea bereitet die Autowelt schon einmal auf die Ausweitung des Markenportfolios in die Kompaktklasse vor, denn ein derart kompaktes Modell gab es von der Nissan-Tochtermarke bislang noch nicht. Und die Zustimmung zur Studie B99 von Bertone könnte zumindest Anhaltspunkte dafür liefern, ob Jaguar seine radikal modernistische Designstrategie nicht vielleicht doch noch einmal Überdenken sollte. Denn warum sollte man eine so klar definierte und wiedererkennbare ästhetische Tradition, wie Jaguar sie hat, komplett über Bord werfen.

Schließlich gibt es noch jene Studien, die tatsächlich auf ein konkretes, kommende Modell hinweisen. Beim Autosalon in Genf sind das in diesem Jahr beispielsweise der Alfa Romeo 4C Concept, dessen Serienversion bereits im kommenden Jahr fertig sein soll. Auch das Fiat 500 Coupé von Zagato wirkt wie eine logische Fortsetzung der Planung dieser Baureihe, auch wenn noch keiner bei Fiat offiziell dazu etwas sagen mag. Und der VW Bulli gilt ebenfalls als sicherer Serienauto-Kandidat, auch wenn das noch drei Jahre dauern wird. Schließlich dürfte auch der Wiesmann Spyder mit hoher Wahrscheinlichkeit als Kleinserienmodell auf die Straße kommen; derartige Auto-Spielzeuge sind gefragt, ein gewisser Retro-Chic ist en vogue und aufzufallen ist für viele Kunden in dieser Preisklasse eine sehr begehrenswerte Eigenschaft.



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astirbezwinger 04.03.2011
1. Schön?
Schön? Hm. Bis auf das Fiat 500 Coupé und den zugegebenermassen richtig knackigen Alfa kann ich mich mit den gezeigten Modellen wenig anfreunden. Die Formensprache der restlichen Fahrzeuge erinnert mich im grossen und ganzen an die Fantasiedesigns einiger meiner früheren Matchbox und HotWheels Spielzeugautos...
varesino, 05.03.2011
2. Die zehn schönsten Studien?
Wenn das die zehn schönsten sind, wie sehen den dann die haesslichsten aus? Varesino
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