Autostarterbatterien im Test Viele Speicherzellen sind zu schlapp

Moderne Autos sind voll gestopft mit Elektronik, die starke Batterien brauchen. Doch gerade im Winter machen die Speicherzellen oft schlapp. Stiftung Warentest hat 16 Starterbatterien für Kompakt- und Mittelklassewagen getestet, ihr Urteil: Nur drei sind gut.

Elektrische Fensterheber, Sitzheizung, HiFi-Anlage, Navigationssystem: Immer mehr Elektronik braucht immer mehr Energie. Während der Fahrt liefert die Lichtmaschine den Strom. Doch zunächst muss die Batterie das System ins Rollen bringen, was für die Speicherzelle Stress bedeutet, vor allem beim Kaltstart im Winter. Die Stiftung Warentest hat 16 wartungsfreie Autobatterien getestet. Das Ergebnis: Viele Speicherzellen sind zu schlapp. Die Autobatterie Bären Profi zum Beispiel hält die angegebene Leistung nicht ein. Während der Hersteller eine Kapazität von 63 Amperestunden verspricht, lagen die Bären-Profi-Batterien im Test deutlich darunter. Auch den versprochenen Kaltstartstrom von 510 Ampere (EN) gibt diese Batterie nicht lange her. Damit haben sie sich das Testurteil mangelhaft verdient.

Müde Autobatterien sind in diesem Test leider reichlich vertreten: Insgesamt sind vier Batterien "mangelhaft", vier weitere nur "ausreichend". Diese Batterien verbrauchen meist viel Wasser, haben Probleme beim Laden und Entladen oder korrodieren zu schnell. Vor allem in puncto Haltbarkeit fallen viele Marken aus dem Rennen. Darunter auch teure Exemplare wie die Varta Silver Dynamic für 133 Euro. Die Varta-Batterie ist zwar sehr gut im Gebrauch, aber ihre Platten korrodieren zu schnell. In der Haltbarkeit erhielten sie nur "ausreichend" und damit insgesamt nur "befriedigend". Drei von 16 Batterien sind "gut".

"Gut" ab 62 Euro

Die Testsieger heißen: Banner Power Bull, Moll Kamina Start und Arktis Qualitätsbatterie. Davon ist die Arktis-Batterie am billigsten. Preis: 62 Euro. Die Moll-Batterie kostet 80 Euro, die Banner 99 Euro. Die drei Testsieger überzeugen durch gute Haltbarkeit, die Banner Power Bull ist überdies sehr gut im Gebrauch. Sie verbraucht sehr wenig Wasser, nimmt die Ladung optimal auf, ist absolut rüttelfest und sicher bei elektrostatischer Entladung. Einziger Schwachpunkt: In puncto Leistung könnte die Power Bull etwas stärker sein. Sie hält die angegebene Kapazität gerade so ein. Schlusslichter sind die billigsten Batterien im Test: Eurostar und High Power, die beide beim Discounter TIP Auto-Teile in Berlin für jeweils 41 Euro gekauft wurden. Sie erhielten das Testurteil "mangelhaft", und das nicht nur in der Haltbarkeit, auch im Gebrauch.

Alle getesteten Batterien sind wartungsfrei: Wasser nachfüllen war gestern. Moderne Autobatterien kommen mit der ursprünglichen Füllung über die Runden. Bei den verschweißten oder verschlossenen Batterien kann ohnehin nichts nachgefüllt werden. Noch nicht mal der Flüssigkeitsstand lässt sich kontrollieren, das müssen Werkstätten mit einem Messgerät leisten. Sinnvoll ist dieser Test bei älteren Batterien, die bereits einige Winter überstanden haben. Reichen Spannung und Kaltstartstrom nicht mehr aus, muss die Batterie gewechselt werden. Die Pflege bleibt dem Autofahrer auch bei wartungsfreien Batterien nicht erspart: Sauber sollte die Batterie sein und trocken. Dann lebt sie länger.

Aus "Stiftung Warentest online" 11/2004

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