Autovermieter Erich Sixt "Politiker fordern Satire geradezu heraus"

Kaum wurde der Diebstahl der Limousine von Ulla Schmidt bekannt, warb der Autovermieter Sixt mit dem Konterfei der Ministerin. Mit Erfolg, die Zugriffe auf die Internetseite des Unternehmens haben sich verdreifacht. Nach SPIEGEL-Information hat die Kampagne keinen politischen Hintergrund.


Der 65-jährige Vorstandschef Erich Sixt wollte mit seiner Werbekampage mit Gesundheitsministerin Ulla Schmidt nicht in den beginnenden Bundestagswahlkampf eingreifen. "Das Ganze hat überhaupt keinen politischen Hintergrund", sagte er dem SPIEGEL. Sixt sei politisch neutral. "Wir vermieten an Politiker jeder Couleur, solange sie ihre Rechnungen bezahlen."

Sixt-Werbung: Eine illustrierte Anzeige des Autovermieters in einer Zeitung
dpa

Sixt-Werbung: Eine illustrierte Anzeige des Autovermieters in einer Zeitung

Die Online-Kampagne sei am Montag morgen spontan entstanden und in nur wenigen Stunden umgesetzt worden. Die Resonanz sei sensationell gewesen. Die Zugriffe auf die Internet-Seite des Unternehmens hätten sich in ganz kurzer Zeit verdreifacht. Man solle die Kampagne nicht so verbissen sehen, sagte Sixt. Werbung dürfe tagespolitische Ereignisse aufgreifen und satirisch aufbereiten. Viele Politiker forderten "die Satire geradezu heraus".

Schon in der Vergangenheit hat die bayerische Firma Prominente aus Unterhaltung und Politik für zahlreiche Werbekampagnen genutzt. So zierten bereits Bundeskanzlerin Angela Merkel, Oskar Lafontaine (Die Linke) und der niederländische Schauspieler Johannes Heesters ein Sixt-Plakat.



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