Preisvergleich So groß ist das Sparpotential bei Kfz-Versicherungen

Wer seine Autoversicherung wechseln möchte, hat dazu nur noch wenige Wochen Zeit. Eine Studie zeigt jetzt, wie enorm die Preisunterschiede bei den verschiedenen Angeboten sein können. Wichtig ist vor allem, einen maßgeschneiderten Tarif zu finden.

Verkehrsunfall: Bei der Wahl der richtigen Kfz-Police genau vergleichen
ADAC

Verkehrsunfall: Bei der Wahl der richtigen Kfz-Police genau vergleichen


Hamburg - Im vergangenen Jahr haben rund 1,6 Millionen Deutsche ihre Autoversicherung gewechselt. Auch zum Jahresende 2013 besteht für viele Autofahrer wieder die Chance, sich einen neuen Anbieter für die Kfz-Versicherung zu suchen - bis zum 30. November läuft die Kündigungsfrist. Laut einer Studie des Instituts für Versicherungswirtschaft in Berlin ist das Einsparpotential immens: Demnach liegt der durchschnittliche Preisunterschied zwischen den günstigsten und teuersten Angeboten bei mehr als 1300 Euro.

Das Institut erstellte die Analyse im Auftrag des Versicherungsanbieters Direct Line. Als Grundlage für die Untersuchung dienten laut den Machern der Studie 33.836 Tarifkalkulationen. Dazu wurden die Profile von zehn Musterkunden in 20 Regionen in Deutschland erstellt, vom alleinstehenden Audi-Fahrer über den Studenten mit VW Polo bis zur Familie mit Hybridauto.

Bei der Betrachtung aller Musterkunden und Regionen kam ein durchschnittlicher Preisunterschied zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot von 1338 Euro heraus. Ein Vergleich zwischen dem günstigsten Angebot und dem Durchschnittspreis zeigen laut der Studie, dass sich mit der billigsten Prämie immer noch zwischen 33 und 59 Prozent des Beitrags sparen lassen.

Die Unterschiede führen die Forscher auf die Mischung der Wettbewerber sowie deren unterschiedliche Sparpolitik und Risikobewertungen zurück. Grundsätzlich günstiger kämen zum Beispiel Kunden auf dem Land weg, was die Versicherer damit erklären, dass in der Stadt mehr Unfälle passieren und außerhalb der Metropolen das Risiko für einen Diebstahl geringer ist.

Abwägen, welche Leistung wirklich nötig ist

Die Forscher kommen zum Schluss, dass es dem KFZ-Versicherungsmarkt nach wie vor an genügend Transparenz mangelt. Eine pauschale Empfehlung von Top-Versicherern zu geben, sei kompliziert, da sich die Angebote von Kunde zu Kunde und auch nach Regionen deutlich unterscheiden.

Wer ein maßgeschneidertes Ergebnis sucht, dem bleibt kaum etwas anderes übrig, als die verschiedenen Angebote der Versicherungen zu prüfen. Aufgrund der Fülle an Tarifen, Kalkulationen und Kundenmerkmalen sollten die Verbraucher bis zum Kündigungsstichtag am 30. November sehr genau die individuellen Risiken und den gewünschten Lieferumfang abwägen, raten die Experten aus Berlin.

Helfen können hier meistens die vielen kostenlosen Vergleichsportale im Internet. Dabei gilt zu beachten, dass oft nicht alle Tarife von Versicherungen berücksichtigt werden.

Verbraucherschützer Peter Grieble rät: "Bei den Online-Rechnern sollte man darauf achten, dass sie eine detailgenaue Abfrage ermöglichen." Wichtig ist, die Online-Suchmaschinen mit möglichst vielen und genauen Informationen der Versicherungswünsche zu füttern. Nur dann kann das Ergebnis wirklich weiterhelfen.

Nicht immer ist ein Wechsel wegen niedrigerer Kosten ratsam, denn diese spielen bei der richtigen Wahl längst nicht die einzige Rolle. Auch zusätzliche Absicherungen etwa gegen Marderbisse oder Wildschäden können ein Grund zum Wechsel sein.

Die steigenden Kosten und die enormen Preisunterschiede machen eins deutlich: Es bleibt anstrengend, eine passende und ebenso preiswerte Kfz-Versicherung zu finden. Aber der Aufwand kann sich lohnen.

jon



insgesamt 19 Beiträge
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grefark 08.10.2013
1. optional
Ich habe bereits verglichen und gewechselt. Aber ich spare dennoch gerade einmal 25€ im Vergleich zum Vorjahr, trotz günstigerer SF-Klasse. Insgesamt scheinen die KFZ-Versicherungen für mich (C-Klasse in Berlin) daher eher teurer geworden zu sein.
at@at 08.10.2013
2.
Wir haben letztes Jahr gewechselt, weil beim alten Versicherer die Kosten um fast 75 Euro gestiegen waren, trotz besserer SF-Klasse. Nach der Kündigung kam zwar noch ein Neuangebot vom alten Versicherer, etwa gleich teuer wie das vom neuen Anbieter, allerdings zu deutlich schlechteren Konditionen. Und das von einer Versicherung, die sich selbst als besonders günstig bezeichnet. Da wunderte sich sogar die Vertreterin vom neuen Versicherer, dass wir bei ihr günstiger wegkommen. Also - vergleichen lohnt sich, aber man sollte auf jeden Fall nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Konditionen achten.
lala9999 08.10.2013
3. Vorsicht...
...vor Vergleichsportalen. Ich hatte mal versehentlich ein Kreuzchen bei Inhaber von Bahncard comfort gesetzt, statt Bahncard. Auf den ersten Blick war das Angebot sehr günstig. Da ich keine comfort Version nachweisen konnte (die kann man nicht kaufen) folgte eine saftige Nachzahlung, die die DEVK zum Schlusslicht der Vergleichsliste machte.
Jotrocken 08.10.2013
4. .
Vergleichsportale "empfehlen" oft diejenigen Versicherungen, bei denen das Vergleichsportal selber die höchste Vermittlungsprovision erhält. Und im Übrigen: Bei einer Prämienerhöhung ist eine Kündigung auch noch nach dem Kündigungsstichtag 30.11. möglich!
OG77 08.10.2013
5. Auch hier gilt: Billig ist nicht gleich günstig
Der wahre Wert der Versicherung zeigt sich erst im Fall der Fälle, der Schadenregulierung. Da zahle ich lieber einen Euro mehr und kann mich auf eine zuverlässige Regulierung verlassen. Ein Vorredner sagte es schon, Vorsicht bei den Vergleichsportalen. Einige Versicherer verzichten darauf, da die Portale u.a. eine nicht zu unterschätzende Provision verlangen.
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