Bentley Continental GTC Immer wieder Sonntags

Auf die Hilfe der Abwrackprämie konnten Luxusautobauer in der Krise des Jahres 2009 nicht setzen, ihre Verkaufszahlen sackten in den Keller. Jetzt floriert das Geschäft wieder, und so fügt es sich trefflich, dass Bentley auf der IAA ein neues Luxuscabriolet vorstellen kann.


Wer 202.371 Euro für ein Auto locker machen kann, befindet sich - zumindest was die ökonomischen Verhältnisse betrifft - auf der Sonnenseite des Lebens. Und dort will man die Wärme des Wohlstands und die heitere Hingabe an das Schöne und Gute natürlich genießen. Auch auf dem Weg von A nach B, also beispielsweise von der Villa zum Yachthafen. Für solche Gelegenheiten baut unter anderem die VW-Konzernmarke Bentley Autos. Das allerneueste Modell darunter ist der Bentley Continental GTC, der Mitte Septemeber auf der IAA in Frankfurt vorgestellt wird.

Es handelt sich um die zweite Generation des Luxuscabriolets, das erstmals im Jahr 2006 debütierte, und von dem bislang mehr als 10.000 Exemplare verkauft wurden; das Nachfolgemodell fährt also in einer recht breiten Spur. Und es kommt offenbar genau zum richtigen Zeitpunkt, denn nach dem Krisenjahr 2009 hat sich die Branche längst wieder berappelt und auch der Markt für Nobelkarossen brummt. Bentley zum Beispiel verkaufte im ersten Halbjahr 2011 weltweit 2978 Autos - und damit rund 20 Prozent mehr als noch im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Mit dem neuen Cabriolet soll die Bilanz noch ein wenig sonniger werden. Das Auto wurde zu diesem Zweck rundum aufgerüstet. Die Karosserie wuchs in fast allen Dimensionen um einige Zentimeter, und das neue Design hat die "Eleganz und Zurückhaltung" der ersten Generation ein wenig zugunsten einer "zeitgemäßen und muskulösen Präsenz" aufgegeben, wie es in der Pressemitteilung zum neuen Auto heißt. Klar wird das frische Selbstbewußtsein an Details wie den mächtigen 20-Zoll-Rädern, die jetzt serienmäßig mitgeliefert werden (auf Wunsch gibt es auch 21-Zoll-Räder). Da wird es schwer für Hip-Hop-Stars und Rap-Könige, durch Felgenpimpen noch groß aufzufallen.

Wer den Bentley Continental GTC seiner Bestimmung gemäß offen fährt, wird sich über den Schimmer des Sonnenlichts auf dem lederbezogenen Armaturenbrett erfreuen oder an der Musikanlange von Naim, die das Rauschen des Fahrtwinds locker übertönt. Und er wird, falls sich der Himmel ein wenig grau zuzieht, lässig die neue Nackenheizung anstellen, die den Passagieren auf den Vordersitzen warme Luft an den Hals fächelt. Wird das Stoffverdeck geschlossen, sorgt die Akustikverglasung im Verbund mit Extrablechen im Unterboden für Ruhe im Innenraum.

Noch stärker, noch schneller, noch sportlicher

Spektakel gibt es auch so schon genug. Etwa in Form des überarbeiteten 6-Liter-W12-Motors mit Doppelturbo, der jetzt 575 statt vormals 560 PS leistet. Auch das maximale Drehmoment wurde um 50 Nm auf jetzt 700 Nm gesteigert. Zugleich sank das Gewicht des Wagens im Vergleich zum Vorgängermodell um 70 Kilogramm, so dass die Fahrwerte noch einen Tick rasanter sind als bislang. Der Spurt von 0 auf 100 ist in 4,8 Sekunden erledigt, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 314 km/h.

Die Verwaltung der Motorkraft wird von einem neuen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe übernommen, die Gangwechsel sollen nun noch schneller vonstatten gehen. Auch neu ist die Kraftverteilung des Allradantriebs. Wurde bislang das Drehmoment im Verhältnis 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse gesplittet, geschieht dies nun im Verhältnis 40:60 zugunsten der Hinterräder.

Bentley spricht in diesem Zusammenhang vom "Lenken mit dem Gaspedal", was versierten Fahrern sicherlich möglich ist, jedoch bei einem Luxuscabriolet mit Holzintarsien aus der Zwei-Tonnen-Plus-Klasse ein wenig lebensfremd erscheint. Zumal, wenn das Wetter heiter, die Stimmung gelöst, das Verdeck geöffnet ist auf der Sonnenseite des Lebens.

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insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
59755 26.08.2011
1. --
Klar das die billiger, kleiner werden und mehr Stückzahl machen müssen. Aber sie werden immer hässlicher unter VW Regie. Ein Vermögen voraus gesetzt, hätte ich früher immer einen Bentley einem Rolls-Royce vorgezogen. Heute wäre es anders. BMW hat es viel besser verstanden die Klasse zu bewahren.
H.D. 26.08.2011
2. dieses Auto....
.... ist nicht nur für Sonntag gut - ich würde es gerne täglich fahren !
TylerD. 26.08.2011
3. ..
Zitat von H.D..... ist nicht nur für Sonntag gut - ich würde es gerne täglich fahren !
Umweltsau!!! Leute wie Sie zerstören den Planeten und brauchen solche Autos weil Sie kleine Genitalien haben! So was gehört verboten! Sowieso alles was mehr verbaucht und schneller fährt als mein Polo! ;)
dannliesdochmalwas 26.08.2011
4. Weltbewegende Umwälzungen
Zitat aus dem Artikel: Wurde bislang das Drehmoment im Verhältnis 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse gesplittet, geschieht dies nun im Verhältnis 40:60 zugunsten der Hinterräder. Zitat Ende. Zitat von Loriot: Jedenfalls ist die bisher fünffach gelagerte Kurbelwelle nun herausnehmbar, und Sie können sie lagern, so oft und wo auch immer sie wollen. Vorn und hinten je zwei doppeltkohlensaure Hydrostabilisatoren von insgesamt zwölf querliegenden, jedoch einzeln aufgehängten Drehstab-Teleskop-Stoßverstärkern in kurzhubigem Mc-Gregor-Federbein-System garantieren die Straßenoberflächentreue des Fahrgestells. Zitat Ende Weiterer Kommenter überflüssig...
gfh9889d3de 26.08.2011
5. .
Zitat von TylerD.Umweltsau!!! Leute wie Sie zerstören den Planeten und brauchen solche Autos weil Sie kleine Genitalien haben! So was gehört verboten! Sowieso alles was mehr verbaucht und schneller fährt als mein Polo! ;)
Ein fahrender Polo verbraucht 5-7 l/100km mehr als ein in der Garage stehender Bentley.
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