Bentley Mulliner Nächste Ausfahrt Schurkenstaat

"Vergessen Sie das Kalaschnikow-AK-47 Sturmgewehr", tönt die britische Nobelmarke Bentley. "Der neue, gepanzerte Bentley Mulliner hält der weit verbreiteten Terroristenwaffe problemlos stand." Die edle VW-Tochter hat offenbar die Zeichen der Zeit erkannt.


Bentley Mulliner: Die gepanzerte Limousine soll Schutz vor Handgranaten bieten

Bentley Mulliner: Die gepanzerte Limousine soll Schutz vor Handgranaten bieten

In Zeiten von "Krieg gegen den Terror", von einer "Achse des Bösen" und von "Schurkenstaaten" scheint es ratsam, den persönlichen Schutz etwas ernster zu nehmen. Vor allem wenn man eine gesellschaftlich exponiertere Position bekleidet. So jedenfalls kann man eine Mitteilung der Automarke Bentley verstehen, die derzeit verbreitet wird. Die zum VW-Konzern gehörige britische Marke preist darin ihre neue, gepanzerte Luxuslimousine an. Das Auto, so heißt es, "schützt seine Insassen auch dann, wenn zu gleicher Zeit eine Handgranate auf dem Dach und zwei unter dem Wagen explodieren".

Die speziellen Schutzschilde werden von der Bentley-Tochterfirma Mulliner montiert, die sich auch um besonders luxuriöse Ausstattungsdetails und sonstige Sonderwünsche kümmert. Mulliner, so glauben die Bentley-Leute, biete derzeit weltweit die am wirkungsvollsten gepanzerten Fahrzeuge an. Dazu gehören zum Beispiel schusssichere Scheiben, gepanzerte Karosserieteile, Spezialtüren zum Absprengen oder eine autarke Sauerstoffversorgung. Die Besonderheit der Bentley-Aufrüstung liegt darin, dass die Autos nicht nachträglich, sondern bereits bei der Produktion gepanzert werden. Mulliner-Direktor John Killick sagt: "Bentley baut gepanzerte Autos, keine Autos, die dann gepanzert werden."

Die Sicherheits-Limousinen basieren auf dem Modell Bentley Arnage, dessen Radstand zu diesem Zweck um 2,5, 4,5 oder 7,3 Zentimeter verlängert wird. Auch das Fahrwerk, die Bremsen, die Traktions- und die Stabilitätskontrolle werden dem durch die Panzerung drastisch erhöhten Gewicht des Wagens angepasst. Die höchste Sicherheitsstufe, die so genannte B6-Panzerung, kostet einen Aufpreis von rund 200.000 Euro. Damit verdoppelt sich der Preis des Autos nahezu. Innere Sicherheit ist eben kostspielig.



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