Rekordpreis für Benzin Sprit so teuer wie noch nie

Neuer Höchstwert an den Zapfsäulen in Deutschland: Wie jetzt bekannt wurde, kostete der Liter Super E10 am Wochenende im Durchschnitt 1,692 Euro - so viel wie noch nie. An vielen Tankstellen wurde die Marke von 1,70 Euro pro Liter überschritten.
Zapfpistole: Der bisherige Preisrekord ist geknackt

Zapfpistole: Der bisherige Preisrekord ist geknackt

Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpa

München - Mit den Temperaturen sind am vergangenen Wochenende auch die Spritpreise in Deutschland auf Rekordhöhe gestiegen. An den bislang heißesten Tagen des Jahres brachte ein Durchschnittspreis von 1,692 Euro pro Liter Super E10 die Autofahrer zusätzlich ins Schwitzen. Laut ADAC,  der den Wert ermittelt hat, wurde damit der alte Rekord vom 18. April 2012 geknackt. Damals kostete ein Liter E10 1,674 Euro.

An vielen Tankstellen kletterte der Literpreis für E10 am Wochenende auch über die Grenze von 1,70 Euro, an einzelnen Stationen sogar deutlich. Am Sonntag ging der Preis auf 1,685 im bundesweiten Schnitt wieder leicht zurück. Diesel kostete am Samstag 1,53 Euro je Liter.

Eine Sprecherin der Mineralölindustrie gab einen Preis von 1,72 Euro pro Liter Super E10 an, für die Sorte Super E5 sogar von 1,76 Euro. Die Zahlen von ADAC und Ölindustrie weichen voneinander ab, weil der Automobilclub auch die billigen freien Tankstellen in den Durchschnittspreis einrechnet.

Die Sprecherin begründete das hohe Preisniveau mit dem anhaltend hohen Ölpreis, der am Montag auf 114,24 Dollar pro Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent stieg. Außerdem trifft der schwache Eurokurs die Autofahrer: Öl und Ölprodukte werden weltweit in Dollar gehandelt. Wenn der Euro gegen den Dollar fällt - wie dieses Jahr wegen der Schuldenkrise - wird Benzin für deutsche Kunden teurer.

Kraftstoffexperte wundert sich über Mineralölkonzerne

An den anhaltend hohen Spritpreisen werde sich auf Dauer nichts ändern, sagte kürzlich der neue Europachef des Mineralölkonzerns BP, Michael Schmidt. BP betreibt in Deutschland rund 2500 Tankstellen der Kette Aral und ist damit Marktführer. Schmidt macht den Rohölpreis für das teure Benzin verantwortlich. "Ich kann derzeit nicht erkennen, dass es hier signifikante Bewegungen nach unten gibt", sagte er in einem Interview mit den Zeitungen der "WAZ"-Gruppe. Der BP-Manager wies den Vorwurf zurück, die Branche nutze die Reisewelle in den Ferien für Preiserhöhungen.

Dem widerspricht Jürgen Albrecht. Der Kraftstoffexperte des ADAC sieht die Hauptgründe für die gestiegenen Spritkosten zwar auch in den hohen Rohölpreisen und im schwachen Euro. "Aber an Wochenenden mit viel Reiseverkehr steigt die Nachfrage an Tankstellen an, und das nutzen die Mineralölkonzerne natürlich auch für Preisaufschläge. Das war bisher immer so."

Dass mit der Nachfrage auch der Preis steige, sei im Grunde ein "banaler ökonomischer Zusammenhang". "Ich weiß nicht, warum die Konzerne das nicht zugeben wollen", so Albrecht. Kurzfristig erwartet er mit Blick auf Ölpreis und Dollarkurs keine weitere Verteuerung. Der ADAC-Experte sieht damit keine neuen Argumente, die weitere Anhebungen der Kraftstoff-Preise wahrscheinlich erscheinen ließen.

cst/dpa-AFX/AFP/dapd
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