Grünstreifen und Poller Wie Berlin Radwege sicher macht

Berlin wird als erste Kommune geschützte Fahrradwege bauen. So sehen sie aus.
Geschützte Radstreifen

Geschützte Radstreifen

Foto: SenUVK, Visualisierung: Bloomimages

In Berlin soll der Wunsch vieler Fahrradfahrer in Erfüllung gehen: Die zuständige Senatorin Regine Günther (parteilos) plant an einigen Hauptverkehrsstraßen geschützte Radstreifen. Diese sollen sich nicht nur durch grüne Farbe von der Fahrbahn abheben, sondern zusätzlich durch Poller geschützt werden.

Damit kommt die Politik einer alten Forderung von Fahrradlobbyisten nach. Im letzten Fahrradklima-Test  des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs hatten 76 Prozent der Befragten es als wichtig für ihr Sicherheitsgefühl bezeichnet, separiert von Autos, Lkw und Motorrädern Rad zu fahren. Kopenhagen, das als besonders attraktiv für Fahrradfahrer gilt, setzt bereits seit Jahren auf solche Fahrradstrecken. Dort trennen beispielsweise Bordsteine Wege von Fußgängern, Radlern und Autos.

Ein erster Prototyp des grünen Berliner Radweges wird im kommenden Jahr im Stadtteil Neukölln entstehen. Er hat eine Länge von etwa einem Kilometer, ist mindestens zwei Meter breit und durch 90 Zentimeter hohe Poller geschützt. Weitere Strecken sollen folgen. Berlin gehört laut ADFC aktuell zu den fahrradunfreundlichsten Städten in Deutschland. Zuletzt rangierte die Hauptstadt auf Platz 36 von 39 Städten.

Berlin investiert in den nächsten Jahren insgesamt 200 Millionen Euro

Der Rot-Rot-Grüne Senat hat das Problem erkannt und versucht, gegenzusteuern. Im Koalitionsvertrag der Regierung sind für die Legislaturperiode 200 Millionen Euro für die Radinfrastruktur vorgesehen - dazu zählen nicht nur Radwege, sondern auch Parkhäuser für Fahrräder. Berlin ist die erste Stadt mit einem eigenen Radgesetz. In diesem ist auch ein Ausbau des Radwegenetzes verankert.

In fast allen deutschen Städten soll das Fahrrad als Verkehrsmittel gestärkt werden, um die Luftverschmutzung zu senken. Besser ausgebaute Radwege gelten als wichtigster Anreiz für eine verstärkte Fahrradnutzung - wie auch aus dem Fahrradmonitor des Verkehrsministeriums hervorgeht. "Am wichtigsten ist es, Radwege zu bauen, auf denen sich die Leute sicher fühlen, damit sie das Fahrrad auch nutzen. Das erreicht man mit separaten, baulich getrennten Fahrradspuren. Hier fühlen sich auch Senioren und Eltern mit Kindern sicher", sagte Klaus Bondam in einem Interview mit dem NDR. 

Als ehemaliger technischer Bürgermeister gilt er als einer der Väter des Fahrradwunders in Kopenhagen. Mittlerweile liegt der Radverkehrsanteil in Kopenhagen bei mehr als 50 Prozent. Berlin möchte diesen bis 2025 auf 18 bis 20 Prozent steigern. 2013 lag er laut einem Senatsbericht bei 13 Prozent. Mittlerweile ist der Anteil deutlich höher.

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