Experiment in Berlin Mehr als die Hälfte der Radfahrer werden zu dicht überholt

Anderthalb Meter muss der Abstand beim Überholen eines Radfahrers betragen. In der Realität wird dieser Wert oft unterschritten - wie oft, zeigte nun eine Untersuchung in Berlin.
Radverkehr in Köln

Radverkehr in Köln

Foto: Marius Becker/ picture alliance/dpa

Zu eng überholende Autos sind für viele Radfahrer ein tägliches Risiko. Wer einen Fahrradfahrer überholt, muss laut gängiger Rechtsprechung mindestens 1,5 Meter Abstand halten, sobald sich Kinder auf dem Rad befinden mindestens zwei Meter. Doch viele Autofahrer halten sich nicht daran. Wie hoch das Risiko ist, als Radfahrer zu dicht von einem Auto überholt zu werden, zeigt nun eine Untersuchung  des "Tagesspiegels" in Berlin.

100 Testfahrer aus allen Bezirken der Hauptstadt wurden dafür zwei Monate lang mit Abstandssensoren ausgerüstet. Das Ergebnis nach 13.300 Kilometern und 17.000 Überholvorgängen: In 56 Prozent aller Messungen wurde der nötige Mindestabstand unterschritten, bei 18 Prozent lag er sogar unter einem Meter.

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Sogenannte geschützte Radwege sollen die Radfahrer in der Hauptstadt in Zukunft schützen. Auf dieser grün unterlegten, 3,50 Meter breiten Fahrspur trennen rot-weiße Poller den Rad- vom Autoverkehr. Außerdem können schnellere Radfahrer hier gefahrlos überholen. Auf einer Strecke von 450 Metern in der Holzmarktstraße in Berlin-Mitte soll das Konzept nun in einem Modellversuch fünf Jahre erprobt werden, die Straßenverkehrsordnung sieht solche Spuren bisher nicht vor.

ene